Schulung der Frankfurter Stadtpolizei in interkultureller Kompetenz

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Im Bild (v.l.): Karin Müller, Dr. Nargess Eskandari-Grünberg und Annette Rinn. (Foto: Holger Menzel)

Seit Anfang Dezember werden alle Stadtpolizistinnen und –polizisten in interkulturellem Auftreten und diversitärem Verständnis weitergebildet. Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg hat das Schulungskonzept am Mittwoch, 8. Dezember, gemeinsam mit Sicherheitsdezernentin Annette Rinn der Presse vorgestellt.

„Diversität – Interkulturelle Öffnung – Interkulturelle Kompetenz“ lautet der Titel der Schulung, die für die speziellen Herausforderungen der Stadtpolizei entwickelt wurde. „Ich halte eine solche Schulung der Ordnungskräfte in einer Stadt mit Menschen aus 180 Nationen für essentiell“, sagte Eskandari-Grünberg. „Stadtpolizistinnen und -polizisten sollten wissen, wie man Menschen anderer Kulturen angemessen begegnet, auf was zu achten ist und was man vermeiden sollte.“ Stadträtin Rinn erläuterte, dass rund 50 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter einen Migrationshintergrund hätten und die Stadtpolizistinnen und – polizisten Ansprechpartner seien für ausländische Geschäftsleute, Touristen und Menschen, die aus dem Ausland hierherziehen. Die Stadtpolizei hat täglich Kontakt zu ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie zu Deutschen mit Migrationshintergrund, sei es als Opfer, Täter oder Zeugen.

Die Schulung umfasst 15 Workshops, jeweils an zwei Tagen. Geschult werden alle Mitarbeitenden der Stadtpolizei. „Die Schulung baut auf der Ausbildung auf und ist verpflichtend. Es geht darum, dass sich bei einer Kontrolle alle Beteiligten mit Respekt begegnen“, sagte Stadträtin Rinn.

Eskandari-Grünberg hob hervor, sie habe großen Respekt vor dem Einsatz und der Leistung der Stadtpolizistinnen und -polizisten. „Die Mitarbeitenden erfahren von den Bürgerinnen und Bürgern, mit denen sie zu tun haben, ja wenig Wertschätzung. Im Gegenteil werden sie oft beschimpft, manchmal auch bedroht. Man braucht dafür nicht nur ein dickes Fell, sondern auch ein gutes Gespür für das richtige Verhalten in Konfliktsituationen. Das gilt besonders jetzt, in Zeiten der Pandemie.“ Rinn ergänzte, dass die Stadtpolizei bezüglich etwaiger Diskriminierungen bisher nicht in Erscheinung getreten sei. Dies bestärke sie in der Überzeugung, dass es richtig sei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtpolizei diesbezüglich weiter zu sensibilisieren und zu schulen, damit es auch weiterhin nicht zu Situationen komme, in denen sich Menschen aufgrund persönlicher Merkmale benachteiligt oder diskriminiert fühlten.

Die Schulungen sollen auch mit dem Ausbildungsprogramm der Polizei verzahnt werden. Darüber habe sie bereits mit Polzeipräsident Bereswil gesprochen, sagte Eskandari-Grünberg. Zudem sei vorgesehen, eine kleine Außenstelle der Ausländerbehörde im StadtRaumfrankfurt in der Mainzer Landstraße 293 zu etablieren. Dort soll eine Anlaufstelle für einzelne spezielle Belange eingerichtet werden.

Eskandari-Grünberg betonte: „Damit bilden wir einen weiteren Baustein zum Aufbau einer Willkommenskultur für Zugewanderte. Eine Dependance der Ausländerbehörde im StadtRaumfrankfurt schafft Synergie-Effekte auf mehreren Ebenen. Die Angebote des AmkA können mit dem Service der Ausländerbehörde verzahnt werden. Das gilt für die Beratung vor Ort, aber auch für den online-Service. So erleben die neu in der Stadt angekommenen Menschen Hilfe und Beratung aus einem Guss.“

(Text: PM Stadt Frankfurt)

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