Stadt Frankfurt erinnert an Ludwig Landmann

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Oberbürgermeister a. D. Andreas von Schoeler (Anreger), Bürgermeister Uwe Becker und Oberbürgermeister Peter Feldmann (v.l.) bei der Umbenennung des Magistratssitzungssaal in Ludwig-Landmann-Saal. (Foto: Stadt Frankfurt)

Es sind Ludwig-Landmann-Tage. Am Sonntag, 27. Juni, bekommt der Historiker Saul Friedländer von der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums den Ludwig-Landmann-Preis für Mut und Haltung verliehen – und am heutigen Freitag, 25. Juni, wurde im Frankfurter Römer der Magistratssitzungssaal auf den Namen des früheren Frankfurter Oberbürgermeisters getauft.

„Mit der Benennung dieses Saales, mit dem Ludwig-Landmann-Preis, setzt die Stadt ein wichtiges Zeichen“, sagte Oberbürgermeister Feldmann am Freitagmorgen. „Wir tun dies auch im Wissen um die vielen Persönlichkeiten jüdischer Herkunft, die unsere Heimatstadt zum Guten geprägt haben. Im Wissen darum, dass diese große, bürgerschaftliche Tradition dem mörderischen Anschlag der Nazis fast nicht standhalten konnte.“

Mit diese Plakette wird auf den Ludwig-Landmann-Saal hingewiesen. (Foto: Stadt Frankfurt)

Ludwig Landmann war von 1924 bis 1933 Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. Landmann war ab 1895 als Jurist, später Referent des Oberbürgermeisters und Syndikus in der Verwaltung seiner Geburtsstadt Mannheim tätig. Im Alter von 48 Jahren wechselte der versierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler nach Frankfurt, wo er am 16. Januar 1917 als Stadtrat für Wirtschaft, Verkehr und Wohnungswesen in den Magistrat eingeführt wurde.

In seiner neuen Funktion stellte der Liberaldemokrat umgehend Weichen etwa für die erfolgreiche Wiederbelebung der Frankfurter Messe als ein internationales Großereignis sowie für den Bau neuer Wohnquartiere. Als 1924 turnusgemäß die Wahl des Stadtoberhauptes anstand, entschied sich die Stadtverordnetenversammlung gegen eine weitere Amtszeit von Oberbürgermeister Georg Voigt. Der neue Verwaltungschef sollte schließlich Ludwig Landmann heißen.

In seine Amtszeit fielen viele wegweisende Entscheidungen, etwa das Engagement des visionären Stadtplaners Ernst May, die Eingemeindung von Höchst und Fechenheim und ihren Industriebetrieben, die Internationalität mit der Messe als Anker und vieles mehr. „Landmann starb kurz vor Kriegsende in einem Versteck, herzleidend, unterernährt und mittellos“, so Feldmann. „Wir sind es ihm schuldig, dass wir uns seiner erinnern.“

(Text: PM)

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