Man merkte wieder, dass sich das Ensemble der Laienspielgruppe Nieder-Roden intensiv auf die Vorstellung vorbereitet haben. Souffleuse Sabine Schulze hatte nicht viel zu tun und die Akteure spielten, als ob ihnen die Rolle auf den Leib geschrieben worden wäre. Dreimal in der Woche hatte man sich zu intensiven Proben im Bürgerhaus getroffen.
Jeder Probenabend seit Dezember 2024 beinhaltete mindestens einen Gesamtdurchlauf des Stücks und gezielte Intensivproben einzelner Szenen und im März gab es ein Probenwochenende. Diesmal ging es bei „Captain´s Dinner“ auf Kreuzfahrt und die zahlreichen Zuschauer der zwei ausverkaufte Vorstellungen, erlebten wieder eine Handlung mit viel Spannung, aber wie es sich bei den Stücken der Laienspielgruppe gehört, auch viele lustige Momente.
Auf diesem Schiff läuft nämlich nichts nach Plan. Von Luxus fehlt an Bord jede Spur, der versprochene Kaviar entpuppt sich als Müsli. Zusätzlich verwechselt man den heiß ersehnten Investor, der dem maroden Schiff wieder auf die Beine helfen sollte und verwöhnt einen anderen Passagier, während er links liegen gelassen wird. Dann ommt auch noch ein Eifersuchtsdrama dazu. Der Kapitän hatte plötzlich nur noch Augen für Sängerin Vera Krüger und wird später von seiner Verlobten, der Ersten Stewardess Beate, zur Rede gestellt, die ihm androht, dass er diesen Wortbruch noch bitter bereuen wird. Prompt stirbt er, während eines Essens, das den Gästen und dem Kapitän vom Personal gereicht wurde. Darunter natürlich auch Beate. Klar, dass man dachte, jetzt hat sie sich gerächt. Aber es wäre nicht die Laienspielgruppe, wenn es nicht doch ein gutes Ende nehmen würde. Der tote Kapitän war eigentlich der Zwillingsbruder des echten Kapitäns, den er im Maschinenraum eingeschlossen hatte, um freie Bahn zu haben und die Obduktion zeigte dann, dass er an einem natürlichen Herzinfarkt gestorben war. Nur den Investor konnte man nicht mehr umstimmen, der natürlich kein Interesse mehr hatte, sein Geld in dieses Schiff zu stecken, da er hier so mies behandelt worden war. Retterin in der Not war die angeblich schlecht sehende und fast taube Agathe Sturm, die sich als sehr wohlhabend herausstellte und natürlich nicht fast blind und taub war: “Ich sehe und höre, was ich will!“ Ihrer Enkelin zuliebe, die sie zu dieser Kreuzfahrt überredet hatte, damit sie etwas Schönes erlebt, kauft sie das Schiff. Also Ende gut, alles gut.
Wie gut gelaunt das Publikum war, konnte man an einem kleinen Erlebnis erkennen: Für den Szenenwechsel vom Innenraum des Schiffs zur Reling, montierten zwei Helfer die Relingteile am Rande der Bühne an und wurden dafür durch reichlich Applaus belohnt.
Die einzelnen Rollen spielten: Roland Lenz in Doppelrolle als Kapitän Roland Lenz und sein Zwillingsbruder Jakob, Susanne Kunz-Mulligan als 1.Stewardess Beate, Sonja Spahn als 2.Stewardess Miriam, Heide Hollenbach als Sängerin Vera Krüger, Martina Brandtner als Schiffsärztin Dr. Tanja Krause, Ute Spahn als Agathe Sturm, Lisa Schulz als ihre Enkelin Stefanie Sturm, Benjamin Mulligan-Kraft (für den erkrankten Stefan Wodarz) als Investor, Reinhard Brandtner als Herr Günther und Tamara Wodarz als junges Crewmitglied Jessica. Stefan Wodarz übernahm dann die Stimme des Kreuzfahrtdirektors aus dem Off.
Regie und Stückauswahl lag bei Benjamin Mulligan-Kraft, das Bühnenbild wurde von Frank Spahn und Team sowie der Malraum Gmbh gestaltet. Die Technik lag in den Händen von Tobias Geier, Richard Kraft und Wolfgang Pfeiffer. Friseurin Sabine Popp sorgte akribisch für Maske und Frisuren.
(Text: ah)