Come-Together-Preis in Groß-Gerau verliehen

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Die Come-Together-Preisträger*innen des Jahres 2024 mit Landrat Thomas Will (links) und Sedef Yıldız (rechts) vom Integrationsbüro. (Foto: Kreisverwaltung)

Der rote Teppich war ausgerollt am Montagabend im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts – und zwar zu Ehren der Preisträgerinnen und -träger des Come-Together-Preises 2024. Dieser Preis für Demokratie und Menschenrechte wird seit 1997 im Kreis Groß-Gerau verliehen. Daran erinnerten Landrat Thomas Will und Sedef Yıldız, Leiterin des Büros für Integration, die die Urkunden und kleine Geschenke – Ecocube-Holzwürfel – überreichten und gemeinsam durchs Programm führten. Für dessen flotte musikalische Begleitung sorgten Ole Knodt, Moritz Fehling und Lorena Tomasi, drei Ehemalige der Bertha-von-Schule in Mörfelden-Walldorf.

Geehrt wurden in diesem Jahr Christine Meister aus Biebesheim, Kamran Malik aus Raunheim, Jochen Müller aus Rüsselsheim, Serdar Tanner aus Raunheim, Michael Jahnke aus Riedstadt, der Verein LebensAlter aus Ginsheim-Gustavsburg für sein Projekt Miteinander in der Mainspitze und die Wild Boys aus Nauheim. Sie haben sich für Demokratie, Menschenrechte und Zivilcourage eingesetzt, gegen Diskriminierung und Rassismus oder auch für Chancengerechtigkeit und Teilhabe, und sie haben ein respektvolles Zusammenleben in der Gesellschaft gefördert.

Dankbarkeit für engagierte Menschen

Für die Vorstellung der jeweiligen Personen und Projekte sorgten eingespielte Kurzvideos. Darin erklärten diejenigen, die die Preisverleihung vorgeschlagen hatten, warum die Geehrten ihre Auszeichnung verdient haben. Die Preisträger*innen zeigten sich erfreut, überrascht, gerührt und dankbar für diese Präsentation wie auch für die Ehrung. Dankbar ist allerdings auch der Kreis für all die engagierten Menschen: „Ohne Sie wäre Integrationsarbeit unmöglich. Vielen Dank dafür, wie Sie uns unterstützen“, sagte Sedef Yıldız.

Christine Meister

Auf Christine Meisters Initiative hin haben sich vor mehr als 30 Jahren die Aktiven Frauen Biebesheim zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist über all die Jahre hinweg, Chancengleichheit, Aufklärung und Teilhabe für Frauen aller Nationalitäten, Religionen und sozialen Hintergründe zu ermöglichen. Ganz aktuell haben sich die Aktiven Frauen den „Omas gegen Rechts“ angeschlossen.

Kamran Malik

Kamran Malik engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für das friedliche Zusammenleben der Menschen unterschiedlichster Kulturkreise in der Stadt Raunheim. Er engagiert sich im Stadtteilbeirat für die Ringstraßensiedlung, ist in Fördervereinen aktiv, setzt sich für den interreligiösen Dialog ein und organisiert seit mehreren Jahren den Charity Walk in Raunheim.

Jochen Müller

Jochen Müller, vorgeschlagen vom Ausländerbeirat Rüsselsheim, wirkt seit Jahren für die bessere Teilhabe von zugewanderten Menschen, ob diese nun aus Syrien kommen oder aus der Ukraine. Es geht ihm darum, die Bildungschancen von Schutz suchenden Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Zudem hilft er Menschen bei der Wohnungssuche oder beim Finden geeigneter Sprachkurse. Nach seiner Ehrung betonte Jochen Müller, dass all das Beschriebene „nicht ohne ein Netzwerk“ funktioniert. Es waren bestimmt „immer 20, 30 Leute mit beteiligt“.

Serdar Tanner

Serdar Tanner hat in der Anne-Frank-Schule einen bedeutenden Beitrag zu Integration und Bildung geleistet. Nicht nur unterstützt er beim Deutschunterricht für Zugewanderte. Wichtig ist ihm dabei auch die Vermittlung von Demokratiewerten. Zudem nutzt der leidenschaftliche Maler seine künstlerische Arbeit, um in der Stadt das Gefühl von Zusammengehörigkeit zu stärken. Serdar Tanner dachte ebenfalls an andere, die sich engagieren: „Alle, die Deutschkurse geben, leisten einen wertvollen Beitrag zur Integration. Der Preis, den ich erhalte, ist ein Symbol dafür, dass wir Großes bewegen können, wenn wir nur zusammenarbeiten.“

Michael Jahnke

Michael Jahnke engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen mit Behinderung, die im selben Mietshaus in Leeheim wohnen. In sieben der 13 Wohneinheiten leben Menschen mit Einschränkungen. Die vielen kleinen, aber so wichtigen Hilfestellungen, die er den Nachbarn gibt, wurden in dem Video sehr deutlich – ob es ums Rausstellen von Mülltonnen oder ums Schlüssel holen geht. Für Michael Jahnke ist diese Unterstützung selbstverständlich; belohnt wird er von dem Wissen, dass „alles Gute, was du tust, irgendwann zu dir zurückkommt“.

Verein LebensAlter

Werbung fürs Füreinander möchte der Verein LebensAlter mit seiner Initiative „Miteinander in der Mainspitze“ machen, die auf Vorschlag von Bürgermeister und Bürgermeisterin aus Ginsheim-Gustavsburg und Bischofsheim ausgezeichnet wurde. Ziel des Projekts ist es, Haltung zu zeigen und für eine starke Gemeinschaft in Vielfalt einzustehen. Innerhalb kürzester Zeit sind 64 Vereine, Initiativen und Bürger*innen Teil des Netzwerks geworden. Um die Initiative zu verstetigen, wurde ein Runder Tisch einberufen, der sich regelmäßig trifft.

Verein The Wild Boys

Der Verein The Wild Boys fördert ganzheitlich die Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen. Bei den Aktivitäten der Wild Boys geht es um demokratische Werte, um Hilfen im Alltag und beim persönlichen Werdegang, um Motivation, um gesunde Ernährung sowie um Zivilcourage beim Projekt „Fit and strong“ – für diesen Part ist Sanja Schneider zuständig, die den Preis für den Verein entgegennahm – und um Selbstvertrauen in einer häufig (über)fordernden Gesellschaft.

Da die Come-Together-Veranstaltung im vergangenen Jahr ausfallen musste, hatte das Organisationsteam um Nilüfer Aldmeri auch die 2023 Ausgezeichneten zur Feier eingeladen, die sich ebenfalls auf der Bühne ihre persönliche Gratulation abholten. Dies waren: ehrenamtliche Mitwirkende des Projekts Kaffee und Kakao Groß-Gerau, der Interreligöse Dialogkreis Raunheim, das Projekt Musikpause für den Frieden Mörfelden-Walldorf sowie der Spieltreff Multi Kulti in Ginsheim-Gustavsburg.

Am Ende fanden sich die rund 80 Gäste der Preisverleihung noch am FroGoodies-Buffet mit Essen aus aller Welt ein und nutzten die schöne Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)