Hochwasserschutz: Unterer Salzbach in Wiesbaden wird renaturiert

233
Symbolbild Bach (Foto: Max Gindele auf Pixabay)

Der Magistrat in Wiesbaden hat am Dienstag die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes beschlossen.

„Die Sanierung der Wiesbadener Bachläufe ist von zentraler Bedeutung sowohl für den Hochwasserschutz wie auch für den Erhalt der Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt“, erläutert Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger bei der Vorstellung der Renaturierungsplanung des Unteren Salzbaches.

Auf dem rund 1,8 Kilometer langen Abschnitt vom Theodor Heuss-Ring bis zum Gelände von Infraserv sind Uferbefestigungen und die Sohle des Bachbettes stark marode und dringend sanierungsbedürftig und soll zudem in einen naturnahen Zustand ohne künstliche Barrieren versetzt werden.

„Bei stärkeren oder langanhaltenden Regenfällen ist das künstliche Gewässerbett des offenen Salzbachs jetzt bereits randvoll. Angesichts der häufigeren Starkregenereignisse im Zuge des Klimawandels besteht hier Handlungsbedarf“, so Hinninger.

Dass die Bachrenaturierung nicht nur für die Natur ein Gewinn ist, zeigen die bisher in Wiesbaden erfolgten Maßnahmen, zum Beispiel in Breckenheim. Hier wurde der Klingenbach für Alt und Jung wieder erlebbar und die Ortslage erheblich aufgewertet. Renaturierungen des Lindenbachs in Schierstein sowie des Mosbachs in Biebrich sollen folgen.

Die Maßnahme erfolgt im Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL), mit der erstmals Flüsse und Bäche als Lebensräume in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Bis Ende 2027 müssen Flüsse und Bäche in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden. Ziel ist eine länderübergreifende und nachhaltige Bewirtschaftung der wertvollen Ressource Wasser auch für die nachfolgenden Generationen.

Die Bau- und Planungskosten für die Umsetzung am Unteren Salzbach betragen nach jetzigem Stand rund 6,7 Millionen Euro. Das Land Hessen fördert die Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung mit 75 Prozent und zum Hochwasserschutz mit 30 Prozent bezuschusst. Schwerpunkte bei der Umsetzung sind Maßnahmen zum Flächenerwerb, die Verbesserung der Gewässerstruktur (Beschaffenheit von Sohle, Ufer und Auebereich) sowie die Durchgängigkeit der Bäche für Fische und andere Organismen in Längsrichtung der Gewässer.

Auf dem Stadtgebiet von Wiesbaden befinden sich rund 240 Kilometer Fließgewässer, davon verlaufen etwa 13 Kilometer unterirdisch. In Wiesbaden als „Wasserstadt“ stehen im Zusammenhang mit der EU-WRRL insgesamt 128 Maßnahmen an. Davon sind mit 64 bereits zur Hälfte umgesetzt, 40 Maßnahmen befinden sich in Umsetzungsplanung.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)