Sicher und geborgen in der Geburtshilfe Langen

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Dr. Rockstroh, die dem Trainierteam des Projekts angehört, schult ihr Team in Langen neben den „großen Trainings“ zusätzlich einmal im Monat in einem „Hands on Training“ im Umgang mit Notfallsituationen unter der Geburt. (Foto: Asklepios)

Realitätsnahes Notfalltraining im Kreißsaal schafft maximale Sicherheit für Mutter und Kind

In der Geburtshilfe der Asklepios Klinik Langen kommen pro Jahr fast 1.000 Babys gesund zur Welt. Jede Geburt ist einzigartig. Die meisten Eltern erleben dabei einen der emotionalsten Momente ihres Lebens und bringen den Geburtshelfern ein enormes Vertrauen entgegen. Kritische Notfall-Situationen für Mutter und Kind entstehen dabei nur selten. In Deutschland sind das bei rund 750.000 Geburten pro Jahr weniger als zwei Prozent der Fälle. Doch muss das geburtshilfliche Team genau in diesen Notfallsituationen durch bestmögliche Performance die Sicherheit für Mutter und Kind wiederherstellen. „Aus diesem Grund absolviert das Geburtshilfliche Team der Asklepios Klinik Langen regelmäßig „Stresstests“ unter realen Bedingungen im Kreißsaal. Bei diesen Trainings simulieren ferngesteuerte Übungspuppen Notfallsituationen, auf die das Team innerhalb der vorgegebenen Zeit reagieren und eine Therapie einleiten muss“, so Dr. Rockstroh, Oberärztin der Klinik für Geburtshilfe.

Notfälle während der Geburt sind zwar selten, aber meist hochdramatisch. In kürzester Zeit müssen Entscheidungen getroffen und unter hohem zeitlichem Druck umgesetzt werden – schließlich können Neugeborene eine echte Notsituation nur wenige Minuten unbeschadet tolerieren. Die Trainings des gesamten Teams sind daher essentiell, gerade weil die realen Fälle so selten sind. Um in solchen Lagen schnell und richtig zu reagieren, werden Ärzte und Ärztinnen, Hebammen und Pflegekräfte dabei geschult, eine Gefährdung von Mutter oder Kind zu erkennen und sicher zu beherrschen. Sie üben unter realen Bedingungen in den Räumen der Geburtsklinik – lediglich die Rollen der Mütter und Babys werden von lebensgroßen, volltechnisierten Simulationspuppen übernommen, die entsprechend programmiert werden können. Für die anschließende Analyse werden die Notfallszenarios auf Video aufgezeichnet. „Denn letztendlich geht es darum, alle für folgende Fragen zu sensibilisieren: weiß jeder, was er wann und wie zu tun hat und ist allen klar, wer in der Notfallsituation die Teamleitung übernimmt?“, erklärt Rockstroh.

Mit diesen Notfallübungen will man erreichen, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit leitliniengerecht und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt wird und zugleich auch die Regeln des CRM (Crew Resource Management = Training der Luftfahrtbesatzung) als Team angewendet werden. Leben gerufen wurde diese Trainingsmethode durch den Asklepios Konzern, dessen Trainerteam aus sehr erfahrenen, klinisch tätigen Geburtshelfer/-innen, Hebammen, Anästhesist/-innen, Anästhesiepflegekräften, Neonatolog/-innen, Kinderkrankenschwestern und Juristen besteht. Dr. Rockstroh, die dem Trainierteam des Projekts angehört, schult ihr Team in Langen neben den oben genannten „großen Trainings“ zusätzlich einmal im Monat in einem „Hands on Training“ im Umgang mit Notfallsituationen unter der Geburt. „Während der Trainings üben wir nicht nur manuelle Fähigkeiten und empfohlene Abläufe. Wir lernen dabei vor allem, wie wir miteinander geschlossen kommunizieren, damit jeder im Bilde ist und genau weiß was er zu tun hat“, so Kathrin Brauner, leitende Hebamme der Klinik. Babara Stehr, Leiterin der Wochenbettstation und Kinderkrankschwester ergänzt: “Alle Trainingseinheiten sind sehr fordernd, doch dadurch sind wir gut vorbereitet und optimal für den Notfall geschult“.

(Text: PM LPR)