Odenwaldkreis: Wichtiger Beitrag für starke Zivilcourage

157
Gemeinsam für mehr Sicherheit: Innen-Staatssekretär Martin Rößler (fünfter von links) überreicht Landrat Frank Matiaske die Urkunde zur Nutzung des Programms „Gewalt – Sehen – Helfen“. Mit dabei sind (von links) die Landtagsabgeordnete Sandra Funken, Ralf Levita (stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Odenwald), Renate Rüddenklau (Präventionsbeauftragte der Polizeidirektion Odenwald), Manfred Burkart (Leiter des Abteilungsstabs beim Polizeipräsidium Südhessen), Klaus Arnold (Leiter der Polizeistation Erbach), der Erbacher Bürgermeister Dr. Peter Traub sowie Janina Hallstein von der Regionalen Geschäftsstelle Netzwerk gegen Gewalt (dritte von rechts) und das Team von „Gewalt – Sehen – Helfen“ im Odenwaldkreis, nämlich (von rechts) Volkmar Raabe, die beiden Schutzfrauen Carina Will und Carina Oberle sowie Hartmut Schwöbel. (Foto: Stefan Toepfer/Kreisverwaltung)

Staatssekretär Rößler übergibt Urkunde zum Programm „Gewalt – Sehen – Helfen“

Der Odenwaldkreis engagiert sich bereits seit einiger Zeit gemeinsam mit der Polizei und anderen Partnern für eine stärkere Zivilcourage, nämlich im Programm „Gewalt – Sehen – Helfen“. Nun wurden ihm dafür vom Hessischen Innenministerium auch offiziell die Nutzungsrechte übertragen. Staatssekretär Martin Rößler überreichte Landrat Frank Matiaske im Landratsamt die entsprechende Urkunde.

Bisher wurden im Odenwaldkreis in Tagesseminaren rund 130 Bürgerinnen und Bürger darin geschult, in Konfliktsituationen, etwa bei einem Streit auf offener Straße, Hilfe zu leisten, ohne sich selbst zu gefährden. Im Mittelpunkt steht dabei ein konsequent gewaltfreier, deeskalierender und opferzentrierter Ansatz.

Die Schulungen werden von der Ehrenamtsagentur des Landratsamts organisiert. Carina Oberle, Carina Will und Andreas Krieg von der Polizei sowie die zivilen Multiplikatoren Hartmut Schwöbel und Volkmar Raabe, zwei ehemalige Polizeibeamte, gestalten die Seminare. Sie berichteten anlässlich der Urkunden-Übergabe davon, wie sehr die Schulungen die Partnerschaft von Polizei und Bürgerschaft stärken.

Staatssekretär Rößler und Landrat Matiaske dankten allen, die die Seminare vorbereiten und durchführen, die auf eine große Resonanz stießen. Sie hoben zudem die Bedeutung des gesamten Programms hervor. Es sei ein wichtiger Beitrag für eine starke Zivilcourage und eine „Kultur des Hinsehens“, so Landrat Matiaske. „Ich begrüße es sehr, dass der Odenwaldkreis an dem Präventionsprogramm teilnimmt“, sagte Staatssekretär Rößler. „Es leistet auf niederschwelliger Ebene Haltungsarbeit zu Themen wie Diversität, Gleichberechtigung und Demokratieverständnis, was sich positiv auf das Zusammenleben in unserem Gemeinwesen auswirkt.“

Ralf Levita, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Odenwald, würdigte das Programm als „extrem sinnvoll, weil in ihm Polizei und Bürgerinnen und Bürger zusammen dazu beitragen, Gewalt und Angst vor möglicher Gewalt zu durchbrechen“.

Schulungen des Programms fanden bisher in Erbach, Michelstadt und Oberzent statt. Der Erbacher Bürgermeister Dr. Peter Traub sagte: „Die offene Bürgergesellschaft, wie wir sie erhalten wollen, muss wehrhaft sein. Dazu trägt dieses Projekt, das Polizei und Zivilgesellschaft zusammenbringt, wesentlich bei.“

Das Programm „Gewalt – Sehen – Helfen“ wurde 1997 von der Stadt Frankfurt entwickelt. Im Jahr 2005 übernahm das Land Hessen die Nutzungsrechte an der Kampagne von der Stadt Frankfurt, um das Programm im ganzen Land verbreiten zu können. Mittlerweile sind mehr als 20 Städte und Landkreise Programmpartner.

Das nächste Seminar im Odenwaldkreis findet am 6. Juli 2024 in Michelstadt statt. Wer sich dazu anmelden möchte oder Fragen zu dem Programm hat, kann sich unter 06062 70-127 oder h.geyer@odenwaldkreis.de an Hiltrud Geyer von der Ehrenamtsagentur wenden.

(Text: PM Odenwaldkreis)