Cannabislegalisierung stellt Wissenschaftsstadt Darmstadt vor neue Herausforderungen

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(Symbolfoto: 7raysmarketing auf Pixabay)

Das Gesetz zur kontrollierten Abgabe von Cannabis (CanG), das am Montag, 1. April, in Kraft getreten ist, stellt die Wissenschaftsstadt Darmstadt vor neue Herausforderungen.

In Darmstadt befassen sich Politik und Fachleute unterschiedlicher Institutionen schon länger mit den möglichen Auswirkungen der Cannabislegalisierung. In einem Fachgespräch, das am 1. März 2024 stattfand, tauschten sich Fachleute und politische Akteure über die Situation in Darmstadt aus. „Wir haben ein außergewöhnlich gut funktionierendes Netzwerk der Sucht- und Drogenhilfe. Besonders hervorzuheben ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen sozialen Hilfen einerseits und den Ordnungs- und Polizeibehörden andererseits, wodurch Prävention, Beratung, Hilfen und Frühintervention gut miteinander austariert werden können“, so Bürgermeisterin Barbara Akdeniz.

Zahlreiche Fragen in Bezug auf die Legalisierung offen

Dennoch, so Akdeniz, bleiben zahlreiche Fragen in Bezug auf die Legalisierung offen. Dringend erforderlich sei ein hessisches Ausführungsgesetz, das Klarheit über rechtliche Zuständigkeiten und die Ausfinanzierung der notwendigen Maßnahmen schafft, da die Umsetzung des Gesetzes in den Kommunen stattfinden wird. „Die Kommunen aber können die erforderlichen Personal- und Sachkosten nicht allein stemmen“, so Akdeniz.

„Ungeachtet der offenen Fragen bleibt die Wissenschaftsstadt Darmstadt nicht untätig“, so Akdeniz. „Bereits jetzt gibt es Präventionsangebote, mit denen die Fachstelle Suchtprävention des Trägers Netzwerk ROPE e.V. beauftragt ist. Neben Angeboten für Schulen und Fachkräfte gibt es ein großes Interesse an den Elternabenden. Für die hohe Nachfrage nach solchen Angeboten reichen die derzeitigen Ressourcen jedoch nicht aus.
Auch Frühinterventionsmaßnahmen für Jugendliche, die mit Konsum auffällig geworden sind, müssen ausgebaut werden.“

Gesetzgeber in der Pflicht

Bürgermeisterin Akdeniz sieht hier den Gesetzgeber in der Pflicht: „Das neue Gesetz sorgt für eine höhere Sensibilisierung bei dieser Thematik. Darin liegt die Chance für eine bessere Aufklärung. Der Fokus auf Prävention und Jugendschutz ist mir besonders wichtig, um junge Menschen, Eltern und pädagogische Fachkräfte gut zu informieren.“

Oberbürgermeister Hanno Benz ergänzt: „Darmstadt unterstützt zudem den Vorschlag des Hessischen Städtetages, dass das Land Hessen die Aufgaben der Zulassung und Überwachung von Anbauvereinigungen und ihrer Tätigkeiten selbst übernimmt und nicht auf die Kommunen überträgt. Die Aufgaben, die den Jugendämtern und möglicherweise anderen kommunalen Ämtern direkt zugeordnet werden, müssen in jedem Fall vollständig finanziert werden.“

Laut CanG sind der Besitz und der Konsum von Cannabis für Volljährige in einem bestimmten Umfang legal; ab 1. Juli sind auch sogenannte Anbauvereinigungen für einen gemeinschaftlichen, nichtkommerziellen Anbau zum Eigenkonsum möglich. Der Cannabiskonsum nimmt seit Jahren zu. Insbesondere Eltern haben viele Fragen, wie sie sich verhalten sollen, wenn ihre Kinder Cannabis konsumieren.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)