Bankmitarbeiterin in Kronberg vereitelt Schockanruf

170
(Symbolbild: Jim Reardan auf Unsplash)

Eine Bankmitarbeiterin in Kronberg hat am Montagmittag (18.) einen Schockanruf vereitelt.

Gegen 12.30 Uhr erschien eine Rentnerin in der Bankfiliale in Kronberg. Sie wollte 38.000 Euro abheben. Da der Mitarbeiterin die Umstände der Abhebung mehr als dubios erschienen, verständigte sie die Polizei. Schnell wurde klar: Die Bankmitarbeiterin hatte das richtige Bauchgefühl und handelte goldrichtig. Denn die Rentnerin war in der Bank erschienen, um Geld für eine Kaution ihres Sohnes abzuheben. Dieser habe zuvor einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Während die Dame sich in der Bank befand, telefonierte ihr Ehemann zeitgleich zu Hause noch mit der vermeintlichen Staatsanwaltschaft und Polizei. Natürlich ging es dem Sohn gut, einen solchen Unfall hatte es nie gegeben. Vielmehr handelte es sich um eine mittlerweile weit verbreitete Masche von Telefonbetrügern, die die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft vor allem älterer Bürgerinnen und Bürger ausnutzen. Durch die geschickte schauspielerische Leistung der Betrüger fiel das Ehepaar aus Kronberg auf diese Masche herein. Dank der Bankmitarbeiterin, die nicht zum ersten Mal einen derartigen Betrug verhinderte, kam es jedoch zu keinem finanziellen Schaden. Die hinzugerufene Polizei klärte das Ehepaar über die Betrugsmasche auf und fertigte eine entsprechende Anzeige.

Die hessische Polizei arbeitet seit vielen Jahren eng mit den jeweiligen Geldinstituten zusammen. In speziellen Fortbildungsangeboten werden Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gezielt hinsichtlich gängiger Betrugsmaschen geschult, um im Ernstfall einen größeren finanziellen Schaden für die Betroffenen abzuwenden. Seit 2022 stellt die hessische Polizei den Banken zudem einen speziellen Briefumschlag zur Verfügung. Im Rahmen des landesweiten Konzeptes “Letzte Chance Enkeltrick” wurde ein farblich auffälliger Briefumschlag entworfen. Für den Fall, dass seitens der Bank Bedenken im Zusammenhang mit einer verdächtigen Abhebung bestehen, können deren Angestellten zusätzlich zu einem Beratungsgespräch das Bargeld in genau diesen Umschlag verpacken. Auf diesem sind diverse Fragestellungen und Hinweise der Polizei abgedruckt, die die Beweggründe für eine hohe Geldabhebung noch einmal hinterfragen und so potentielle Opfer beim Aushändigen zur Einsicht bringen sollen.

(Text: PM PP Westhessen)