Rodgauer Baggerseepiraten mit starken 30 Minuten

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Eine Etage höher: Niklas Roth bei einem seiner sechs Treffer. (Foto: HSG)

Verdienter 32:24 (16:13) Heimsieg gegen dezimierte Haßlocher

Die Rodgauer Handballer bleiben im Jahr 2024 weiterhin ungeschlagen. Eine Woche nach dem grandiosen Auftritt gegen Krefeld genügten den Jungs von Trainer Redmann gegen die TSG Haßloch dafür 30 starke Minuten. Nach einer etwas verschlafenen Anfangsphase steigerte sich vor allem die Offensivabteilung um den überragenden Johannes von der Au, markierte Treffer um Treffer und ließ dadurch den bis zum Schluss kämpfenden Gästen letztendlich keine Chance.

Dass der Weg zum sechsten Heimsieg kein ganz einfacher werden würde, war schon vor Spielbeginn klar. „Wir hatten eine eher unrunde Trainingswoche, einige gesundheitlich angeschlagene Spieler, dazu noch der Ausfall von Abwehrspezialist Philipp Wunderlich“, so Redmann. Doch auch die Gäste hatten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Der Unterschied zwischen beiden Teams: Während Haßloch mit nur neun Feldspielern antrat, konnten sich die Rodgauer wieder auf eine quantitativ und qualitativ sehr gut besetzte Bank verlassen. Gerade diese Wechseloptionen sorgten auf Seiten der HSG letztendlich für die positive Wendung. Denn die Gastgeber fanden zunächst nur schwer in die Partie. Unkonzentriertheiten, Ballverluste und vergebene Chancen prägten zunächst das Bild. Dabei zeigte sich vor allem Gästetorhüter Marco Bitz in guter Verfassung. Zusammen mit der hellwachen TSG-Abwehr sorgte er für die schnelle 4:7 Führung seiner Farben. Nach einem Team-Timeout und den schon erwähnten personellen Wechseln lief es in der Folge aber sichtbar besser für die Rodgauer. Im Rückraum sorgten Roth und Weiland für frische Impulse, zeigten sich torgefährlich und in Verbindung mit dem unermüdlich kämpfenden von der Au nahm der HSG-Express deutlich an Fahrt auf. So gelang es, aus einem 7:10 Rückstand binnen weniger Minuten bis zur Halbzeit eine eigene 16:13-Führung herauszuwerfen.

Nach Wiederanpfiff in der RODAUSTROM Sportarena sahen die gut 400 Zuschauer -darunter auch Bürgermeister Max Breitenbach- die beste Phase der Baggerseepiraten. An der stabilen Abwehr bissen sich die Haßlocher immer mehr die Zähne aus, zudem lief auch Marco Rhein im Tor wieder zu Hochform auf. Im Angriff hatte man jetzt eine hohe Wurfeffektivität und nach nicht einmal drei Minuten, musste Gästetrainer Muth zur Grünen Karte greifen. Doch auch diese Maßnahme fruchtete aus Sicht der Haßlocher nicht so richtig. Die Rodgauer hatten nun die Partie fest im Griff, hielten den Kontrahenten über 21:13 und 28:20 weiterhin auf Distanz. Die sich bietenden Räume nutzte vor allem Niklas Roth, der alleine fünf seiner insgesamt sechs Treffer in der zweiten Halbzeit erzielte. So war die Partie spätestens nach seinem Doppelschlag in der 56. Minute entschieden und die wacker kämpfenden Gäste hatten am Ende mit 32:24 das Nachsehen.

Trainer Jan Redmann zeigte sich in der anschließenden Pressekonferenz sehr zufrieden: „Wir haben heute wieder einmal gesehen, wie wichtig ein breiter Kader ist. Gerade wenn es mal bei ein, zwei Spielern nicht so gut wie gewohnt läuft, haben wir super Alternativen in Reserve. Ich denke, das war der Schlüssel zum Sieg“.

Baggerseepiratinnen zeigen zwei unterschiedliche Gesichter

23:29 (8:17)-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten Mainz-Bretzenheim

Einmal angenommen, ein Fan der Baggerseepiratinnen hätte sich in der Anwurfzeit vertan – und die RODAUSTROM Sportarena erst mit dem Seitenwechsel betreten: Der Anhänger oder die Anhängerin wäre vermutlich trotz der 23:29-Niederlage recht zufrieden nach Hause gefahren. Denn im zweiten Abschnitt boten die Damen der HSG-Rodgau Nieder-Roden dem favorisierten Tabellenzweiten TSG Mainz-Bretzenheim richtig Paroli. Leider zeigten sie zuvor jedoch ihr zweites Gesicht – in Form einer ziemlich ernüchternden ersten Halbzeit, in der die Rodgauerinnen zeitweise neben der Spur waren. Eigentlich hatten sie ordentlich begonnen, nach gut fünf Minuten der Begegnung stand es 4:4. Doch von da an war plötzlich ein Bruch im Spiel. „Es hat einfach nichts mehr gestimmt“, ärgerte sich Ergün Sahin. „Defensiv fehlte die Harmonie zwischen Torhüterinen und Abwehr“, beobachtete Nieder-Rodens Trainer. „Und vorne haben wir unsere Angriffe einfach zu überhastet abgeschlossen.“ Bretzenheim profitierte, setzte sich Tor um Tor ab und beim Pausentee lagen die HSG-Damen klar mit 8:17 zurück.

Entsprechend energisch fiel die Kabinenansprache des Coaches aus. „Ich habe deutlich gemacht, dass es nur über den Kampf- und Teamgeist gehen wird“, sagte Ergün Sahin. Das fruchtete, fortan schienen die Baggerseepiratinnen wie ausgewechselt zu sein. „Danach haben wir aggressiver verteidigt, mitgedacht und das Spiel gelesen“, betonte der Trainer. Es seien Bälle erkämpft worden und die Gegnerinnen zu Fehlern beim Passspiel gezwungen worden. Auch offensiv klappte es nun besser, es wurde häufiger getroffen, allen voran durch die neunfache Torschützin Pia Magnago. Mehrfach kamen die HSG-Damen ab der 48. Minute auf vier Treffer heran, versäumten es aber, weiter zu verkürzen. In der Endphase fehlte ihnen dann die Kraft, die Aufholjagd hatte ihren Tribut gefordert. Immerhin, die positiven Eindrücke der zweiten Halbzeit könnten als Mutmacher für die kommende Begegnung dienen: „Auf unsere zweite Halbzeit lässt sich aufbauen“, resümierte Trainer Sahin. „Mit genau dieser Einstellung müssen wir die nächste Aufgabe bei St. Leon/Reilingen angehen.“ Das Spiel beim Tabellennachbarn aus dem Badischen findet am übernächsten Samstag, 9. März, statt.

(Text: PM HSG Rodgau Nieder-Roden)