Comeback des Münsterer Jugendzentrums rückt näher

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Das Comeback des Jugendzentrums im Gebäude „Bahnhofstraße 52“ zwischen Wanderheim und Langsmühle rückt näher. (Foto: jedö)

Das Comeback des Münsterer Jugendzentrums im gemeindeeigenen Objekt „Bahnhofstraße 52“ rückt näher. Das leerstehende Gebäude, das zuletzt als Kita (die heute unter neuem Namen und Betreiber interimsweise im Hallenbad untergebracht ist) und früher lange als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche aus dem Ort genutzt wurde, könnte an seinem Standort zwischen Wanderheim und Langsmühle bald wieder seiner früheren Bestimmung dienen. Formal war die Immobilie bislang streng genommen nur als Lagerhaus genehmigt, was die anderweitige Nutzung aber nie verhindert hatte. Via neuem Bebauungsplan machten die Münsterer Gemeindevertreter in den vergangenen Monaten einen Schritt aus dieser Grauzone. Mit dem Satzungsbeschluss verliehen sie dem B-Plan in ihrer Februar-Sitzung nun Rechtskraft.

Dies geschah mit den Stimmen von CDU, FDP und ALMA-Die Grünen. Die SPD betonte zwar, auch sie befürworte, dass es in Münster wieder ein Jugendzentrum geben soll. Aktuell existiert lediglich der Jugendtreff „Offroad“ in einem Container am Skaterpark auf dem Abtenauer Platz, was niemanden so richtig zufriedenstellt. Die Genossen sind vom Wiedereinzug eines solchen Treffpunkts für Kinder und Jugendliche in der Bahnhofstraße aber nicht überzeugt. Dies führte Fraktionsmitglied Renate Waldschmitt aus – und machte stattdessen einen anderen Vorschlag.

Waldschmitt legte besonderes Augenmerk darauf, dass das Gebäude im Überschwemmungsgebiet der Gersprenz steht. Zudem gehe es nicht nur um das Wasser, das aus dem Flussbett komme, das Gebäude oberirdisch umspüle und eventuell eindringen könne. „Es geht auch um Wasser, das vom Untergrund in die Mauern hochsteigt und um das Szenario, dass nach ergiebigem Starkregen der sonst ruhige Fluss zu einem reißenden Fluss wird und das Gebäude so stark beschädigt, dass Jugendliche, die sich im Gebäude befinden, zu Schaden kommen.“

Waldschmitt erinnerte sogar an das Hochwasser im Ahrtal und sorgte sich, dass Jugendliche im Falle einer Katastrophe zum Beispiel am Abend eines Wochenende im Gebäude sein könnten und keine Behörde sie warne oder evakuiere. „Im Grunde kann nach dem verheerenden Hochwasser im Ahrtal keine Kommune mehr ein Gebäude unmittelbar am Fluss für den Aufenthalt von Menschen ausweisen“, meinte die SPD-Vertreterin gar. Überdies warnte sie vor teuren baulichen Schutzmaßnahmen gegen Vernässung und weiteren Kosten für den Innenausbau, die der klammen Gemeinde vor der Wiedereröffnung des Objekts als Jugendzentrum ins Haus stünden. Waldschmitt rechnete „mit mehreren hunderttausend Euro, um das Gebäude als Jugendzentrum funktionsfähig auszubauen“.

Julian Dörr (ALMA-Die Grünen) ließ letzteres Argument nicht gelten: „Sollten die Kosten für die Ertüchtigung immens hoch werden, können wir immer noch nein sagen.“ Auch Arne Mundelius (FDP) und Thorsten Schrod (CDU) hielten das ehemalige Jugendzentrum als besten Standort für das neue. Daran änderte auch der in der Sitzung geäußerte FDP-Alternativvorschlag für einen Neubau auf dem Frankenbach-Gelände – gegebenenfalls mit Synergien mit einer anderweitigen dortigen Sozialnutzung (Kita oder Seniorenheim) – nichts.

(Text: jedö)