„Direkte Demokratie gegen Populismus?“: Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Alfred Grosser-Gastprofessur

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(Symbolfoto: skoddeheimen auf Pixabay)

Im laufenden Wintersemester 2023/2024 bekleidet Prof. Dr. phil. Nenad Stojanović die internationale Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität. Nenad Stojanović ist Professor für Politikwissenschaft des Schweizerischen Nationalfonds SNF an der Universität Genf, Assoziierter Forscher am Zentrum für Demokratie Aarau und Privatdozent an der Universität Luzern.

Im Rahmen seines Aufenthalts in Frankfurt hält Nenad Stojanović am Montag, 29. Januar, um 19Uhr einen öffentlichen Vortrag auf dem Campus Westend der Goethe-Universität (Casino-Gebäude, Renate von Metzler-Saal, Raum 1.801) mit dem Titel „Direkte Demokratie gegen Populismus?“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In seinem Vortrag geht der Wissenschaftler darauf ein, dass sich Umfragen zufolge Bürgerinnen und Bürger vieler demokratischer Länder mehr direkte Beteiligung (via Referenden und Volksinitiativen) bei politischen Entscheidungen wünschen. Bei politischen und akademischen Eliten jedoch ist die Skepsis gegenüber der Direkten Demokratie stark verbreitet. In den letzten Jahren hat diese Skepsis aufgrund der Ausbreitung des Populismus zugenommen. Es wird befürchtet, dass die Direkte Demokratie dem Populismus Tür und Tor öffnet. Ziel dieses Vortrages ist es zu zeigen, dass die Direkte Demokratie nicht zwingend populistisch sein muss, sie könnte sogar bei richtiger Gestaltung Populismus bremsend wirken.

Der Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. phil. Nenad Stojanović liegt in Institutionen und Herausforderungen der Demokratie in multikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaften. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Dialogue sur les quotas: Penser la représentation dans une démocratie multiculturelle“, „Demokratie in der Europäischen Union: Ein Schweizer Beitrag zur Debatte“ und „Multilingual Democracy: Switzerland and Beyond“ sowie wissenschaftliche Artikel in Zeitschriften wie „Journal of Politics“, „Comparative Political Studies“, „Journal of Common Market Studies“, „Political Behavior“, „European Political Science Review“, „International Political Science Review“ und „Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft“. Er leitet das Projekt „Demoscan“, das als Ziel hat, via Losverfahren und deliberativem Ansatz die öffentliche Meinungsbildung im Vorfeld der Volksabstimmung im schweizerischen Kontext zu stärken.

Das internationale Programm Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung ist seit 2009 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität angesiedelt. Auf Initiative der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt am Main e. V. wurde sie von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main ermöglicht.

Ziel des Programms ist es, die Forschung und den öffentlichen Diskurs über Bürgergesellschaft und Demokratie in Frankfurt zu stärken. Jährlich wird ein prominenter Forscher oder eine prominente Forscherin von einer Kommission der Goethe-Universität ausgewählt und vertieft in Seminaren und Vorträgen Aspekte der Thematik aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Namensgeber ist der 1925 in Frankfurt geborene Publizist, Politologe und Soziologe Alfred Grosser – ein zentraler Wegbereiter der deutsch-französischen Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Informationen unter https://tinygu.de/alfred-grosser-gastprofessur.

(Text: PM Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main)