Schafe sorgen für gleiche Startchancen in Riedstadt

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Auf ihrem Weg von Crumstadt nach Leeheim nutzten die Schafe auch die Bahnunterführung in Goddelau. (Foto: Zara Lotzkat)

In Erfelden und Leeheim hat wieder die herbstliche Nachbeweidung von Wiesenflächen mit hohem Naturschutzwert begonnen

Sie gehören mittlerweile schon fest zum Herbst in Erfelden und Leeheim: Schafe beweiden in dieser Jahreszeit Wiesenflächen in beiden Riedstädter Stadtteilen. Die erste Hälfte der insgesamt aus circa 500 Tieren bestehenden Herde war bereits am 19. Oktober in Riedstadt angekommen und von Crumstadt aus zu einer Wiesenfläche östlich des Golfplatzes Leeheim gezogen. Dabei nutzten die Schafe die Bahnunterführung in Goddelau, um die Riedbahnstrecke zu queren.

Der zweite Teil der Herde kam nun in der letzten Novemberwoche und nutzte dabei die Unterführung der Riedbahn in Wolfskehlen. Selbstverständlich wurden auch hier eventuelle Hinterlassenschaften der Schafe vom Landschaftspflegehof Stürz wieder entfernt. Die Tiere zogen dann ebenfalls weiter nach Leeheim und Erfelden, wo sie nun nach und nach die nach der sommerlichen Mahd der Wiesen wieder nachgewachsenen Pflanzen abweiden.

Der Landschaftspflegehof Stürz betreibt seit dem Jahr 1996 Landschaftspflege mit Tieren, wobei der Schwerpunkt auf der Beweidung von Flächen mit hohem Naturschutzwert liegt – wie beispielsweise den Riedstädter Stromtalwiesen.

Die Büchnerstadt Riedstadt wie auch die Landwirte, die von ihnen gepachtete Wiesenflächen für die Nachbeweidung zur Verfügung stellen, begrüßen die herbstliche Schafbeweidung der Flächen, da diese dazu führt, dass überständige Pflanzen, die den gleichmäßigen Aufwuchs der Wiesen im Folgejahr behindern würden, abgefressen werden und somit alle Pflanzen im Folgejahr wieder die gleichen Startchancen haben – ohne dass einige konkurrenzstärkere Arten sich auf Kosten der weniger konkurrenzstarken Arten durchsetzen können.

Außerdem tragen die Schafe durch ihre Wanderung von einer Fläche zur nächsten dazu bei, dass Pflanzenarten weiterverbreitet werden, sei es durch Samen, die gefressen und dann wieder ausgeschieden werden, sei es durch Samen, die sich in Ihrem Fell verfangen und dann anderswo wieder abfallen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass in Riedstadt wieder verstärkt Nutztiere in der Landschaft zu erleben sind und damit auch deutlich wird, dass die Riedlandschaft zum weitaus überwiegenden Teil eine Kulturlandschaft ist, zu deren Erhalt eine Nutzung wie die Beweidung oder Wiesenmahd notwendig ist.

Der Landschaftspflegehof Stürz kommt mit seinen Schafen bereits seit 2014 jedes Jahr nach Erfelden und Leeheim, wo die Tiere in der Regel von Oktober bis Ende Dezember, manchmal sogar noch bis in den Januar hinein, die Grünlandflächen nachbeweiden. Die Stadt schätzt die Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegehof Stürz sehr, da dieser die Flächen eigenständig sehr professionell und fachkundig pflegt und damit zur Erhaltung der artenreichen Lebensräume der Stromtalwiesen beiträgt. Zudem steht die betreuende Schäferin in engem Austausch mit der Stadt, den Landwirten sowie der Jägerschaft, so dass es möglich ist, eventuelle Probleme frühzeitig zu klären und auszuräumen.

(Text: PM Büchnerstadt Riedstadt)