Rodgauer Baggerseepiraten mit glücklicherem Ende für sich

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Torjäger Niklas Roth (6) im Zusammenspiel mit Flo Stenger (3). (Foto: HSG)

Knapper 33:32 (17:18) Heimsieg gegen den TV Aldekerk

Zu ungewohnter Zeit am Sonntagnachmittag hatten die Rodgauer Handballer den Tabellenletzten aus Aldekerk zu Gast. Wie schon im Vorfeld erwartet, präsentierte sich die Mannschaft von der holländischen Grenze als der erwartet spielstarke Gegner und die Hausherren mussten lange einem Rückstand hinterherlaufen, ehe sie in den dramatischen Schlussminuten doch noch einen etwas glücklichen Heimsieg feiern konnten.

Die Partie begann, wie so oft in dieser Liga, mit einem Höllentempo. Im Halbminutentakt schlugen die Bälle hinter den chancenlosen Torhütern ein, so dass es nach sechs gespielten Minuten schon 5:5 stand. Gerade gegen das bärenstarke Brüderduo Julian und Jonas Mumme hatte die HSG-Defensive dabei Schwerstarbeit zu verrichten. Auch in der Folge entwickelte sich eine sehr ausgeglichene Partie, bei der die Gäste aber stets einen knappen Vorsprung behaupten konnten. Mit dafür verantwortlich war ein Chancenwucher der Baggerseepiraten, die in dieser Phase gleich drei Strafwürfe ungenutzt ließen. Trainer Jan Redmann nahm eine Auszeit und einige personelle Wechsel vor, doch so richtig in Tritt kamen seine Jungs nicht. Die abgezockt wirkenden Gäste hingegen hatten sichtlich Gefallen an der Partie, von 300 Kilometern Reisestress war rein gar nichts zu bemerken. Beim 12:16 (24. Minute) lagen die Rodgauer schon mit vier Toren in Rückstand, doch auch wenn spielerisch nicht alles gelang, so zeigten Schopper & Co. ein großes Kämpferherz. Kurz vor der Halbzeit brachte Filip Brühl seine Farben mit einem lupenreinen Hattrick immerhin wieder bis auf ein Tor heran (17:18) und auf Seiten der knapp 500 Fans war die Hoffnung groß, dass die Gäste in der zweiten Hälfte konditionell einbrechen würden.

Doch diesen Gefallen taten die zu keinem Zeitpunkt wie ein Tabellenletzter auftretenden Aldekerker einfach nicht. Ganz im Gegenteil behaupteten sie auch dank dem gefährlichsten Torjäger der Liga, David Hansen, weiter ihren Vorsprung (22:25, 40. Minute). Allerdings handelten sie sich immer wieder einige unnötige Zeitstrafen ein, was Henning Schopper glänzend zu nutzen wusste. Der quirlige Linkshänder brachte mit drei Treffern in Folge die Halle schon mal auf Betriebstemperatur. Aldekerk reagierte mit einer Auszeit, aber jetzt waren die Rodgauer hellwach. Niklas Roth (6), der wohl spielentscheidende HSG-Akteur, lief zu Hochform auf. Entweder fand er die Lücke im Abwehrverbund der Gäste und traf selbst oder er setzte geschickt Kreisläufer Flo Stenger ein, der wieder einmal unermüdlich rackerte und oftmals nur auf Kosten eines Strafwurfs zu bremsen war. Ab ging es in die Crunch-Time mit leichten Vorteilen für die Gäste, denn sie führten 29:30 und 30:31. Nach dem Ausgleich durch Nils Hassler traf Roth zum 32:31 und als erneut Hassler zum 33:31 einnetzte, schien der Sieg schon in trockenen Tüchern. Trotz Unterzahl erzielten die Gäste aber den 33:32-Anschluss und als die HSG´ler zwei Großchancen ungenutzt ließen, hatten sie erneut Ballbesitz. Doch Kapitän Marco Rhein, der seinen Kasten in den letzten fünf Minuten förmlich vernagelt hatte, hielt auch den allerletzten Wurf und damit die wichtigen zwei Punkte fest.

(Text: PM HSG Rodgau Nieder-Roden)