TAV Eppertshausen vor personellen Herausforderungen

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Zur vielfältigen TAV-Familie gehören auch die Handballer. Das Foto zeigt das Spiel der boomenden E-Juniorinnen (schwarze Trikots) bei der „Show der Abteilungen“ gegen Nieder-Roden. (Foto: jedö)

Der TAV ist in Eppertshausen neben den Fußballern der größte Sportverein. Bei aktuell rund 600 Mitglieder gehört statistisch jeder zehnte Eppertshäuser dem Turn-Athletik-Verein an. „Wir waren aber schon größer“, verhehlt Elke Arntz-Müller, Vorsitzende des Mehrspartenvereins, einen gewissen Aderlass in der jüngeren Vergangenheit nicht. Am Sonntag präsentierte der Verein in der Halle des Eppertshäuser Sportzentrum seine Vielfalt in einer „Show der Abteilungen“. Noch immer ist der TAV im Ort eine Macht, steht aktuell aber vor mehreren Herausforderungen.

Die sind vor allem personeller Art. Einmal auf allgemeiner Ebene, wie sie viele Vereine kennen: Es dürften mehr Mitglieder sein, die neben der Zahlung ihres Beitrags und der Nutzung des Angebots anpacken, um das Gebilde am Laufen zu halten. Obwohl sich am Wochenende eine Reihe von TAVlern in der Sporthalle etwa in die Bewirtung einbrachten, war streng genommen auch dieser Nachmittag ein Ausdruck dessen: Er ersetzte in diesem Jahr den traditionellen TAV-Familienabend, „der war uns im Moment noch eine Nummer zu groß“, gab Arntz-Müller zu. Die Show der Abteilungen, auf der das Gezeigte von einem Handball-Spiel der E-Juniorinnen über Auftritte junger Turnerinnen sowie der Tanzgruppen Einzigart und FitKids bis hin zu Mitmachangeboten in Fitness, dem Intervall-Training Tabata und Leichtathletik reichte, ließ sich dagegen mit weniger Helfern stemmen.

Helfende Hände braucht der Turn-Athletik-Verein auch angesichts seines Vereinsgeländes, das in Erinnerung an den großen Turnvater an der Eppertshäuser Jahnstraße liegt. Die Gaststätte „Adebar“ ist seit diesem Jahr an einen kroatischen Gastronomen verpachtet, auf dem Areal fällt dennoch genügend eigene Arbeit an. Auch wegen der fünf Tennisplätze, die der TAV sein eigen nennt.

Tennis ist neben Turnen, Leichtathletik, Handball sowie Tanz und Fitness eine der fünf Sparten des Vereins – und derzeit ein bisschen das Sorgenkind: „Im Tennis verzeichnen wir aktuell mehr Austritte älterer Mitglieder, als jüngere nachkommen“, sagt Elke Arntz-Müller. Dazu fällt in diesem Winter das Hallentraining aus. Nächsten Sommer hören zudem mehrere junge Übungsleiter auf, „wir sind auf Trainersuche“, berichtet die Vorsitzende und lockt: „Noch haben wir Zeit und es können sich Interessierte melden. Wer seinen Trainerschein macht, kriegt einen Teil der Kosten von uns gleich bezahlt und einen weiteren, wenn er mindestens ein Jahr lang dabei bleibt.“

Mit einem dauerhaften finanziellen Anreiz sucht der TAV Eppertshausen aktuell zudem einen Hausmeister. „Wir brauchen jemanden, der unseren Rasen mäht, die Hecken schneidet und auch als Platzwart fungiert“, sagt Arntz-Müller. „Im Moment haben wir den nicht, das ist ein Problem!“ Man habe es schon mit einem externen Dienstleister probiert, „da waren wir aber nicht so zufrieden“. Nun hat der Verein einen entsprechenden Minijob ausgeschrieben.

Für auch im übertragenen Sinne „bewegte“ Zeiten steht im Eppertshäuser Turn-Athletik-Verein gerade auch die „relativ hohe Fluktuation“, die Arntz-Müller ausgemacht hat. Was freilich nicht einseitig negativ ist: Mehrere Abteilungen gewinnen zurzeit kräftig an Mitgliedern hinzu. Allein die E-Jugend der Handballer, die in einer Spielgemeinschaft mit dem TV Münster und dem BSC Urberach kooperieren, verzeichnet inzwischen 25 Kinder. Die Leichtathleten setzen seit 2021 mit dem „Storchenlauf“ einen neuen breitensportlichen Akzent für alle Generationen. „In der Fitness haben wir zwei neue Gruppen aufgemacht, und auch im Turnen haben wir Zulauf“, freut sich Elke Arntz-Müller.

(Text: jedö)