Familienfreundliche Unternehmen in Offenbach ausgezeichnet

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Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Dr. Inga Halwachs, Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte (links neben dem OB) sowie Stadträtin Getrud Marx, Vorsitzende der Gleichstellungskommission (zweite Reihe, zweite von links) und daneben die stellvertretende Stadtverordnetenvorstehende Sieglinde Nöller mit den Jurymitgliedern und Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Unternehmen. (Foto: Stadt Offenbach / Monika Müller)

Uff belohnt Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wer kennt das nicht: Auf dem Schreibtisch im Büro türmt sich die Arbeit, das Telefon steht nicht still und dann kommt der Anruf aus der Kita: Das Kind ist krank und muss abgeholt werden. Oder die Mutter ist gestürzt und braucht nun mehr Unterstützung. Es gibt zahlreiche Momente, in denen Flexibilität und Nachsicht gefragt sind. Weniger persönliche Zerreißprobe bedeutet es, wenn Familienfreundlichkeit schon in der Unternehmenskultur fest verankert ist und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die persönlichen Freiräume bekommen, die es im Leben manchmal braucht. Um für die Familie, die Kinder oder die eigenen Eltern da zu sein ohne die eigene Belastungsgrenze überschreiten zu müssen. Die Stadt Offenbach erkennt die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege an und zeichnet schon seit 2016 gute betriebliche Praxis zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege mit dem „Uff“ aus.

„Unser Offenbacher Preis für familienfreundliche Unternehmen heißt UFF. UFF steht für Unternehmen familienfreundlich in Offenbach, aber auch für diesen Ur-hessischen Laut, den wir nach einer anstrengenden Arbeit oder vor einer herausfordernden Aufgabe von uns geben: Uff“, erläuterte Oberbürgermeister und dreifacher Vater Dr. Felix Schwenke in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung der 4. Uff-Verleihung. „Uff ist eine Anerkennung für das Geleistete und soll vor allem Türen öffnen: Denn der Bedarf an Pflegeplätzen wächst und gleichzeitig fehlt es an Personal, so dass, das zeigt der Blick in die Statistik, Frauen zurückstecken: Frauen leisten durchschnittlich 4 Stunden und 13 Minuten Sorgearbeit am Tag, Männer nur 2 Stunden und 46 Minuten – das bedeutet Lohneinbußen heute und drohende Altersarmut morgen. Wir wissen: nicht in allen diesen Fällen treffen Frauen diese Entscheidung freiwillig. Das ist schlecht. Wichtig sind daher gleiches Gehalt für gleiche Arbeit und familienfreundliche Strukturen in Unternehmen, so dass die Aufteilung der Sorgearbeit eine wirklich freie, private Entscheidung ist. Daher freue ich mich, dass sich neun Offenbacher Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größe für den Titel ‚Familienfreundliches Unternehmen‘ verdient gemacht haben.“ Diese sind die Adacor Hosting GmbH, das Anni-Emmerling-Haus gGmbH, Antec Antennentechnik GmbH, die Arbeitswohlfahrt Kreisverband Offenbach am Main-Stadt e.V., die Doric GmbH, die Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft mbH, das Medienprojektzentrum Offener Kanal (MOK) Rhein-Main, die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und die Wertstätten Hainbachtal gGmbH.

Die ausgezeichneten Unternehmen stellt das Frauenbüro auch in diesem Jahr wieder in einer Broschüre vor, in der alle Unternehmen und ihre Vereinbarkeitsstrategien präsentiert werden. Darüber hinaus koordiniert dessen Leiterin, Dr. Inga Halwachs, das im vergangenen Jahr von ihr initiierte Netzwerk familienfreundlicher Unternehmen in Offenbach und lädt zur Teilnahme ein: „Die Stadt Offenbach geht mit gutem Beispiel voran und nimmt auch als Arbeitgeberin ihre Verantwortung ernst. Es gibt unterstützende Angebote, Trainings und Weiterbildungen für pflegende Angehörige und die Ausbildung von Pflege-Guides. Der gemeinsame Austausch eröffnet neue Perspektiven – Unternehmen, die Familienfreundlichkeit großschreiben, profitieren von motivierten Mitarbeitenden mit sozialen Kompetenzen und einer geringeren Fluktuation. ‚Uff‘ soll daher unbedingt zum Nachahmen anregen.“

(Text: PM Stadt Offenbach)