Offenbach begeht den Internationalen Mädchentag

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(Symbolfoto: Pixabay)

Seit 2011 ist der 11. Oktober als weltweiter Aktionstag für Mädchen fest im Kalender verankert. Denn auch wenn alle Kinder die gleichen Rechte haben (sollten), haben Mädchen in vielen Ländern der Welt noch immer nicht die gleichen Chancen. Sie dürfen nicht Fahrrad fahren, nicht zur Schule gehen, müssen im Haushalt arbeiten und/oder werden jung verheiratet. Was sie mit europäischen Mädchen oftmals eint, sind Gewalterfahrungen. Körperliche Gewalt wie schubsen, schlagen, festhalten, Vernachlässigung oder sexualisierte Gewalt. Hier kommen zudem Varianten wie Cybergrooming (Manipulation durch das Internet), Mobbing oder „catcalls“ hinzu. „Catcalls“ bezeichnen beiläufige sexistische Kommentare, Erniedrigungen, Pfeif- oder Kussgeräusche, obszöne Gesten, anzüglicher Sprache auf offener Straße oder übergriffige Nachrichten auf Social Media Plattformen.

Seit 2020 machen sich #Catcallsofoffenbach stark für Frauen und Mädchen und gegen Alltagssexismus und sexualisierte Belästigung und kreiden diese buchstäblich dort an, wo sie passieren und posten die Zitate. „Sie geben damit den Betroffenen eine Stimme und lassen sie nicht alleine. Für dieses Engagement sind die Catcalls 2022 mit dem Sophie von La Roche-Preis der Stadt Offenbach ausgezeichnet worden, denn wir brauchen neben klaren Gesetzen und Regeln genau dieses sichtbare Engagement in unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke.

Verschiedene Aktionen für Mädchen und junge Frauen von 12 bis 20 Jahren

Zum Internationalen Mädchentag am 11. Oktober 2023 planen die Mitarbeitenden der Abteilung Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Offenbach in Kooperation mit dem Frauenbüro und den Catcallsofoffenbach verschiedene Aktionen für Mädchen und junge Frauen von 12 bis 20 Jahren. Gemeinsam machen die Akteurinnen und Akteure des KJK Sandgasse, der Medienetage, des Kinder- und Elterntreffs, des Jugendbistros, des Jugendkulturbüros, der Mädchen-Etage Nordend, des Jugendtreffs Bürgel/Rumpenheim zusammen mit den @Catcallsofoffenbach und dem Frauenbüro darauf aufmerksam, dass Mädchen und Frauen auch heute immer noch Benachteiligungen und Ungleichbehandlungen erfahren. Sie sind eben beispielsweise viel häufiger als Jungs und Männer von verbaler sexualisierter Gewalt betroffen.

„Betroffene zeigen körperliche und emotionale Symptome, fühlen sich machtlos und zu oft meiden Mädchen den öffentlichen Raum und bewegen sich nicht mehr unbefangen in der Öffentlichkeit“, weiß die Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Dr. Inga Halwachs. „Das nimmt ihnen Freiräume und persönliche Freiheit in einer Welt, in der alle die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben sollten.“

Am 11. Oktober kreiden Mädchen aus den unterschiedlichen Jugendzentren ihre Erlebnisse gemeinsam mit den @Catcallsofoffenbach an. Ab 18 Uhr gibt es für alle Mädchen ein Disco-Seminar mit Defend Yourself Offenbach (www.defendyourself.de; @defend_yourself_krav_maga) im KJK Sandgasse für Mädchen und junge Frauen von 12 bis 20 Jahren. Hier lernen sie, wie sie sich gegen plumpe Annäherungsversuche wehren und erhalten Informationen zum Beispiel zu K.O. Tropfen. Außerdem hat sich die Showgruppe der Songmoo- Frauenkampfkunst Offenbach e.V. unter der Leitung von Trainerin Steph Taibi für einen Auftritt angekündigt (www.songmoo.de). Der Abend klingt mit einer gemeinsamen Party, Gesprächen, Essen, Getränken und Musik aus.

(Text: PM Stadt Offenbach)