Schloss Erbach erhält Bundesförderung

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Schloss Erbach im Odenwald. (Foto: Michael Leukel)

Im Rahmen des „Kulturinvest“-Programms des Bundes erhält Schloss Erbach für die anstehende Grundsanierung eine Förderung in Höhe von 12.521.000 Euro, wie der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am Donnerstag beschloss. Das Förderprogramm im Zuständigkeitsbereich der Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth trägt damit zum Erhalt des Odenwälder Kulturdenkmals bei.

„Das Programm des Bundes fördert Projekte zur Modernisierung, zur Restaurierung und zum Bau im Kulturbereich, an denen ein bundesweites Interesse besteht. Ich habe mich für den Antrag Schloss Erbach ,unserer‘ Staatlichen Schlösser und Gärten (SG) eingesetzt – umso mehr freue ich mich über den Erfolg und bedanke mich bei den Abgeordneten des Bundestages für ihr Votum“, erklärte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Sammlung von antiken Büsten über mittelalterliche Gegenstände bis zu bedeutenden Gemälden ist ein einzigartiger Wissensspeicher des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts; das gesamte Ensemble ist daher in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingetragen.“

Die Maßnahme umfasst eine denkmalgerechte Instandsetzung der Gebäudesubstanz, der technischen Infrastruktur sowie die Restaurierung der aufwendig gestalteten Innenräume und der überaus bedeutenden Sammlung. Sie sind zur Erhaltung der Substanz, der Sicherheit und der Nutzung zwingend erforderlich. Aufgrund statischer Probleme muss das Tragwerk ertüchtigt werden.

„Mit den Gräflichen Sammlungen und dem Deutschen Elfenbeinmuseum beherbergt Schloss Erbach nicht nur unzählige Schätze, sondern auch das Schloss selbst stellt ein Kulturdenkmal von herausragendem Rang dar“, sagt SG-Direktorin Kirsten Worms.
Schloss Erbach im Odenwald

„Ich freue mich, dass diese Bedeutung nun durch die Bundesförderung in besonderer Weise gewürdigt wird. Im Namen der Schlösserverwaltung bedanke ich mich dafür.“
Die Anlage, die sich aus einer romanischen Wasserburg zur repräsentativen barocken Residenz entwickelte, war das Herrschaftszentrum der Schenken und Grafen zu Erbach, deren Geschlecht die Region des mittleren Odenwaldes wirtschaftlich wie kulturell maßgeblich prägte. Die heutige Inneneinrichtung des Schlosses, das als Museum zugänglich ist und zudem das Deutsche Elfenbeinmuseum beherbergt, geht im Wesentlichen auf Initiativen des Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach (1754–1823) und dessen Enkel, Eberhard XV. (1818–1884), zurück. Graf Franz schuf die einzigartige erhaltene Einheit aus vielfältigen und reichen Sammlungsbeständen, hierfür geschaffenen Wohn- und Repräsentationsräumen sowie eigenhändig angelegten Katalogbänden.

Anlässlich des 200. Todestages von Franz I. unterstreicht die SG die Bedeutung von Schloss Erbach als Gesamtkunstwerk mit einem umfassenden Jubiläumsprogramm, dessen Höhepunkt ein interdisziplinäres Symposium am 10. und 11. Oktober bildet. Unter dem Titel „Kosmos Schloss Erbach – Sammeln als fürstliche Passion“ nimmt die Fachtagung erstmals die einzigartige Symbiose von Kulturschätzen, authentischen Raumschöpfungen und Archivalien als eine Gesamtheit in den Blick.

(Text: PM Staatliche Schlösser und Gärten Hessen)