Wiesbaden: Regionale Gesundheitskonferenz prüft Versorgung von Schwangeren

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(Symbolfoto: Marncom Marncom auf Pixabay)

Die Regionale Gesundheitskonferenz Wiesbaden – Rheingau-Taunus – Limburg-Weilburg hat kürzlich im Wiesbadener Rathaus erstmals unter dem neuen Vorsitz von Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke getagt.

Die Konferenz thematisierte die Versorgung von Schwangeren, insbesondere von Frauen, die einen Schwangerschaftskonflikt bewältigen müssen. „Ein Schwangerschaftskonflikt ist für betroffene Frauen eine hochbelastende Erfahrung“, begründete Löbcke die Themenwahl. „Das Schwangerschaftskonfliktgesetz sichert eine anonyme und ergebnisoffene Beratung zu. Es muss sichergestellt sein, dass Frauen in unserem Versorgungsgebiet von diesen schwer erkämpften Rechten uneingeschränkt Gebrauch machen können und Angebote finden, die ihnen dabei helfen, eine für sie gesunde und sichere Entscheidung zu treffen“, erklärte Löbcke.

Leichter Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche

Gestützt wurde die Veranstaltung durch aktuelle Daten der Statistik für Schwangerschaftsabbrüche des Statistischen Bundesamts, wonach die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sowohl in Hessen als auch in der Bundesrepublik im Jahr 2022 eine Trendumkehr und im Vergleich zum Jahr 2021 einen leichten Anstieg erfuhr. Die genauen Ursachen für diese Entwicklung seien nach Angaben des Statistischen Bundesamts anhand der Daten jedoch nicht bewertbar. Die relativ geringen Werte in 2021 könnten aber auch durch die Corona-Pandemie beeinflusst sein. Zusammenfassend ließ sich festhalten, dass die Zahl der Abbrüche von 2002 zum Jahr 2022 trotzdem klar abnahm. Insbesondere bei Frauen unter 25 Jahren waren die Schwangerschafts-Abbruchzahlen rückläufig. Überdurchschnittlich hohe Anteile von Abbrüchen sind in den großen Städten des Landes und den neuen Bundesländern erkennbar, wohingegen die Quote der Abbrüche im Süden der Bundesrepublik niedriger war (Weitere Zahlen und Daten: Schwangerschaftsabbrüche (Abtreibungen) in Deutschland – Statistisches Bundesamt (destatis.de)).

Neben der Versorgung von Schwangeren wurde auch über die kindermedizinische Versorgung in der Region beraten. Hierzu war bereits im Februar 2023 eine Regionale Gesundheitskonferenz einberufen worden, weil es im Winterhalbjahr 2022/23 zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen bei Kindern durch Infekte der oberen Luftwege gekommen war, die sowohl von den Kinderarzt-Praxen, dem Rettungsdienst wie auch von den Kinderkliniken kaum noch zu bewältigen war. Ursächlich hierfür war, dass durch das Tragen von Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion in den vorangegangenen beiden Wintern das Immunsystem sich weniger mit den gängigen Erkältungsviren auseinandersetzen musste und dies jetzt nachholte. Zusätzlich führten Infektionen durch das RS-Virus zu einer erhöhten Auslastung der Behandlungskapazitäten in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.

Im August dieses Jahres waren Vertreterinnen und Vertreter der Regionalen Gesundheitskonferenz erneut zu einem Runden Tisches zusammengekommen, um die Versorgungslage sektorenübergreifend für den kommenden Herbst vorauszuplanen. Die kindermedizinische Versorgung in den Herbst- und Wintermonaten stellt aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen eine bundesweite Herausforderung dar, der nicht alleine auf kommunaler Ebene begegnet werden kann. Die Regionale Gesundheitskonferenz wird das Thema weiter im Blick behalten und prüfen, ob und welche Maßnahmen zu einer Entlastung der Versorgungssituation in der Region in den Hochphasen der Grippe- und Erkältungssaison beitragen können.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)