Münster: Eine Frau vor großen Aufgaben

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Leitet im Münsterer Rathaus seit einem Jahr die Abteilung Wirtschaftsförderung, Kultur, Vereine und Soziales: Sandra Schröbel. (Foto: jedö)

Sandra Schröbel leitet im Münsterer Rathaus seit einem Jahr die Abteilung Wirtschaftsförderung, Kultur, Vereine und Soziales

Breitefeld-Entwicklung, Neubesiedlung des Frankenbach-Areals und Organisation der Gewerbeschau „Münster KANN“ im nächsten Jahr: Allein im Bereich Wirtschaft verantwortet Sandra Schröbel mehrere dicke Brocken. Auf der Visitenkarte der 45-Jährigen steht sogar noch mehr: Seit einem Jahr leitet die Groß-Umstädterin im Münsterer Rathaus die Abteilung „Wirtschaftsförderung, Kultur, Vereine und Soziales“. Im fünfköpfigen, rein weiblichen Team und in Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen und externen Akteuren wie dem Münsterer Gewerbeverein stellt sich Schröbel seit Herbst 2022 in Führungsfunktion einem Berg von Aufgaben. Den will sie mit Elan und Kontinuität erklimmen.

Nach einem recht kurzen Intermezzo ihres Vorgängers Markus Euler hat die Gemeindeverwaltung die Abteilungsleitung nun wieder jemanden mit „Stallgeruch“ übertragen. War Euler von außerhalb gekommen, kennt Schröbel das Münsterer Rathaus schon seit 2019. Die ausgebildete Werbekauffrau, die in Darmstadt ihr Abitur machte, arbeitete zunächst in einer Frankfurter Agentur, wo sie Kunden wie Nestlé und Rowenta betreute.

2003 wechselte sie zur Hotelkette Steigenberger, fungierte als Projektmanagerin im Marketing. „In dieser Zeit bin ich viel gereist“, blickt Schröbel zurück. „2006 habe ich mir dann wieder was in der Nähe gesucht, um mehr bei der Familie zu sein.“ Es folgte der Einstieg in die öffentliche Verwaltung: Bei der Stadt Groß-Umstadt und damit an ihrem Geburts- und Wohnort fing die Südhessin zunächst im Kulturamt an. „Dort war ich unter anderem für den Tourismus, die Sportstätten und die Vereine zuständig“, erzählt sie. Zu ihren Aufgaben zählte auch die Budgeterstellung für den gesamten Fachbereich. „Die Sportlergala und die Krönungszeremonie für die Weinhoheiten habe ich ebenfalls mehrmals organisiert.“

Nach einem Abstecher in die Groß-Umstädter Finanzverwaltung, in der sie sich auch mit Investitions-Förderanträgen befasste, suchte sich Sandra Schröbel 2019 eine neue berufliche Herausforderung und pendelt seither nach Münster. „Zunächst habe ich in der Hauptverwaltung den Bürgermeister unterstützt und als Schnittstelle zwischen internen und externen Akteuren fungiert, zum Beispiel beim Neubürgerempfang oder der 555-Bäume-Aktion.“ Ab März 2020 bremste Corona einige Aktivitäten aus, im Oktober 2021 wechselte Schröbel in ihre jetzige Abteilung. Ein Jahr später übernahm sie die Leitung.

Dort ist die To-do-Liste durch permanente wie besondere Aufgaben lang. Zu letzteren zählt die Gewerbeschau am 31. August und 1. September 2024: „Ich freue mich drauf, habe aber auch einen Riesenrespekt davor“, blickt die Wirtschaftsförderin auf das Ereignis im Gebiet „Auf der Beune“ voraus. Sie habe „die Hoffnung, dass wir dafür mindestens 40 Teilnehmer finden“. Die Veranstaltung solle vor allem „die Bekanntheit von Münster stärken“.

Bis zum 8. Oktober, beteiligen sich 30 Münsterer Händler und Dienstleister am „Heimat shoppen“ zur Stärkung des lokalen Gewerbes. Bei der Herkulesaufgabe Breitefeld verweist Schröbel auf die Besitzverhältnisse einiger Brachen: „Die würde die Gemeinde gern kaufen, ist dazu aber auf die Mitwirkung des Eigentümers angewiesen.“ Generell habe der Ortsteil aber ein „super Potenzial“, auch wegen der guten Verkehrsanbindung via B45. Beim Frankenbach-Gelände, geplant als reines Gewerbegebiet, soll es „Mitte, Ende 2025 mit der Vermarktung losgehen. Das braucht alles seine Zeit, wir haben da aber schon jetzt dauernd Anfragen.“

(Text:jedö)