Wiesbaden: Runder Tisch nach homophoben Vorfällen im Gesundheitsamt bringt erste Ergebnisse

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(Symbolfoto: nancydowd auf Pixabay)

Der Runde Tisch zur Aufarbeitung der homophoben Vorfälle im Gesundheitsamt Wiesbaden hat am Donnerstag, 7. September, auf Einladung von Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke getagt.

Im Frühjahr war öffentlich bekanntgeworden, dass gleichgeschlechtliche Paare im Jahr 2022 bei der Erstellung medizinischer Gutachten zur Adoption unrechtmäßig benachteiligt worden waren. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende entschuldigte sich persönlich im Mai im Rahmen des Regenbogenempfangs bei den Betroffenen. Direkt nach Amtsantritt im Juli hatte Gesundheitsdezernentin Löbcke zu einem Runden Tisch eingeladen, um Schlussfolgerungen aus diesen Fällen zu ziehen und vergleichbare Fehlbegutachtungen zukünftig zu verhindern. Am Runden Tisch nahmen verschiedene Vereine und Verbände der queeren Wiesbadener Community, die Amtsleitungen des Gesundheitsamtes und des Personalamtes, der Leiter der LSBT*IQ-Koordinierungsstelle der Landeshauptstadt Wiesbaden und die Gesundheitsdezernentin teil.

Löbcke: „Ich danke allen Beteiligten für den guten Austausch und die gemeinsame Festlegung erster Ergebnisse. Es ist mir wichtig zu betonen, dass die beschuldigten Gutachterinnen und Gutachter nicht mehr im Gesundheitsamt Wiesbaden beschäftigt sind. Hier gilt mein besonderer Dank den Kolleginnen und Kollegen des Personalamts unserer Landeshauptstadt, die dies aktiv begleitet haben.“

Vor diesem Hintergrund habe sich der Runde Tisch auf strukturelle Schlussfolgerungen konzentriert, von denen einige auch bereits in der Umsetzung sind. Alle Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes Wiesbaden werden bis zum Jahresende eine Schulung unter anderem zu Fragen der Diversität absolvieren. Ablehnende Gutachten müssen zukünftig vor Versand durch die vorgesetzte Ebene freigezeichnet werden. Unter den Amtsärztinnen und -ärzten wird ein verbindlicher regelmäßiger Austausch (Qualitätszirkel) institutionalisiert. Weitere Wünsche, die im Rahmen des Runden Tisches angesprochen wurden, werden ergebnisoffen durch die Stadtverwaltung geprüft und wenn möglich umgesetzt.

„Ich bin froh, dass ich heute noch mal gegenüber den Vertreterinnen und Vertretern der queeren Community deutlich machen konnte, dass es in Wiesbaden keinen Platz für diskriminierendes Verhalten aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität geben darf. Wir werden weiterhin in einem engen Austausch bleiben“, so Löbcke abschließend.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)