Behörden beraten mit Landwirten über Naturschutz im Ulfenbachtal

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Blühwiesen im Oberen Ulfenbachtal bei Unter-Schönmattenwag. (Foto: RPDA)

Wie Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam für mehr Artenvielfalt sorgen können, darum ging es am Donnerstag bei einem Treffen im Rathaus von Wald-Michelbach im Odenwald. Vierzehn Landwirte aus Wald-Michelbach kamen auf Einladung der beim Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt angesiedelten Oberen Naturschutzbehörde mit dem Fachbereich ‚Landwirtschaft, Landschaftspflege und Forst‘ des Kreises Bergstraße, der Gemeinde Wald-Michelbach, dem Landesbetrieb Landwirtschaft und dem Landschaftspflegeverband (LPV) Kreis Bergstraße zusammen.

Treffen der Landwirte im Wald-Michelbacher Rathaus mit Bürgermeister Sascha Weber (rechts) und Martin Schaarschmidt (links) vom LPV Kreis Bergstraße. (Foto: RPDA)

Henriette Wache vom RP Darmstadt berichtete über das Flora-Fauna-Habitat (FFH)- Gebiet ‚Oberes Ulfenbachtal bei Unter-Schönmattenwag‘. „Erfreulicherweise gibt es dort noch artenreiche, buntblühende Wiesen“, erklärte sie. Auch zwei seltene Schmetterlingsarten kämen dort noch vor, die außerhalb von Schutzgebieten schon fast ausgestorben sind. Die artenreichen Wiesen werden von jenen Betrieben bewirtschaftet, die auf dem Landwirtschaftstreffen vertreten waren.

Bei der Diskussion zeigte sich, dass verschiedene Hindernisse die landwirtschaftliche Bewirtschaftung in dem FFH-Gebiet erschweren. Dazu zählen Giftpflanzen wie das Jakobs-Kreuzkraut, die sich bei fehlender Düngung ausbreiten. Dies führt dazu, dass das Wiesenheu nicht mehr verwertet werden kann. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass die Ausbreitung von Problemarten durch geeignete Maßnahmen zeitnah unterbunden werden muss. Dasselbe gilt für den invasiven Stauden-Knöterich.

Ziel aus Sicht des Naturschutzes ist die Erhaltung des vielfältigen Mosaiks landwirtschaftlicher Nutzungen, wobei die wertvollsten Flächen nicht oder nur wenig gedüngt und zu bestimmten Zeiten nicht gemäht werden sollen. Dies soll gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben durch freiwillige Vereinbarungen gegen Entgelt umgesetzt werden.

Kreis und LPV Kreis Bergstraße (info@landschaftspflegeverband-bergstrasse.de) unterstützen die Betriebe. Martin Schaarschmidt und Stefanie Seitz vom LPV, die sich im Auftrag des RP Darmstadt für das Obere Ulfenbachtal einsetzen, beraten auf Wunsch einzelbetrieblich zu Landschaftspflegeverträgen, Entbuschung oder anderen Fördermaßnahmen. Denn artenreiche Wiesen haben nur eine Zukunft, wenn sie weiter landwirtschaftlich genutzt werden können.

Links
zur ONB: https://rp-darmstadt.hessen.de/umwelt-und-energie/naturschutz
zum LPV Kreis Bergstraße: https://landschaftspflegeverband-bergstrasse.de/

(Text: PM Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt)