Eppertshausen hat jetzt einen Kerbverein

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Ex-Kerbmudder Katharina Schröder (l., hier neben Bürgermeister Carsten Helfmann) fungiert im neu gegründeten Eppertshäuser Kerbverein als Vorsitzende. (Foto: jedö)

In Eppertshausen gibt es seit Donnerstagabend einen Kerbverein: 51 Männer und Frauen gründeten den Zusammenschluss in einer Versammlung im Jugendheim der Katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian. Bereits in die diesjährige Eppertshäuser Kerb (29. September bis 2. Oktober) wird sich der neue Verein einbringen. Die Kerb 2024 soll dann erstmals umfassend unter seiner Regie stehen – samt sichtbarer Auswirkungen auf den Umzug.

Seit 2008 belebt Eppertshausen unter Federführung der Gemeinde und eines Komitees mit Vertretern von rund zehn Ortsvereinen seine zuvor von der Bildfläche verschwundene Kerb wieder. In den vergangenen 15 Jahren ist die Kirchweih so zu einem der größten Feste im Ort gereift. Dank eines vielfältigen Programms ist sie für alle Generationen attraktiv. Seit 2009 gibt es auch wieder Kerbburschen und -mädels.

Obwohl das Comeback der Veranstaltung also gelungen ist, gab es schon seit mehreren Jahren das Bestreben, einen Kerbverein zu gründen und ihm die Organisation und Durchführung der traditionsreichen Sause zu übertragen. Insbesondere Katharina Schröder, bis 2019 Eppertshausens Kerbmudder, stieß dies immer wieder an. „Ich hätte auch schon früher als Vorsitzende zur Verfügung gestanden“, sagte sie am Freitag. Drumherum fehlte es aber noch an einer ausreichenden Zahl an Mitstreitern für ein Vorstandsamt. Nun gelang der von langer Hand vorbereitete Gründungsversuch – samt Vorstandswahl, die Schröder als Erste Vorsitzende hervorbrachte.

Die 25-jährige Barkeeperin, die aus Eppertshausen stammt, im Schwarzwald lebt und ab November in Österreich arbeiten wird, führt ein vor allem im Geschäftsführenden Vorstand junges Team an. Zweite Vorsitzende ist seit dem Auftakt am Donnerstag Ann-Kathrin Brockmann, Schatzmeister Leonard Kuhl, Schriftführer Tim Petersen. Die Beisitzer des Erweiterten Vorstands sind Armin Ouaajoura, Wolfgang Lübker, Valerie Kramer, Jens Murmann und Lutz Murmann. Jens Murmann ist seit 2020 Kerbvadder, Lutz Murmann hatte diese Rolle früher lange inne.

„In den nächsten Jahren wollen wir die Ausrichtung der Eppertshäuser Kerb Stück für Stück übernehmen“, blickt Katharina Schröder voraus. In diesem Jahr organisieren noch Gemeinde und Komitee das viertägige Ereignis. „Wir werden uns aber schon diesmal am Kerbsonntag mit einem hessischen Frühschoppen in der Bürgerhalle einbringen, bei dem wir zugleich unsere Gründung feiern“, so Schröder. Am Freitag (29. September) stellt der aktuelle Kerbjahrgang – 19 junge Männer und Frauen – wieder den Kerbbaum vor der Bürgerhalle auf, der Samstag (30. September) steht nachmittags im Zeichen eines ökumenischen Gottesdiensts im Pfarrgarten St. Sebastian mit anschließendem Kerbspruch und Umzug. Am Samstagabend steigt die Kerbparty in der Bürgerhalle. Am Montag (2. Oktober) ist Kneipenkerb angesagt.

Wie schon im vergangenen Jahr werden sich die Umzugsteilnehmer am Samstag allerdings ausschließlich zu Fuß durch Eppertshausen bewegen. Vor Corona fuhren auch Wagen mit – zuletzt jedoch nicht mehr, weil die Gemeinde Haftungsrisiken bei Unfällen fürchtete. „Der Verein wird größere Freiheiten in der Organisation der Kerb haben als die Gemeinde“, nennt Schröder einen zentralen Vorteil des neuen Kerbvereins. „Mit einer entsprechenden Versicherung und TÜV-Abnahme wollen wir nächstes Jahr wieder Wagen dabei haben.“ Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) verspricht, die Gemeinde werde die Kerb weiter unterstützen – und er sich selbst weiter als Schirmherr einbringen.

Im Verein sind weitere Mitglieder willkommen. Die Versammlung am Donnerstag hat eine Eintrittsgebühr von 20 Euro und einen Monatsbeitrag von 5 Euro beschlossen. In Kürze soll auch die Website kerbverein-eppertshausen.de online gehen.

(Text: jedö)