Tischtennis-Boom bei der DJK Münster

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15 Stunden wöchentlich trainiert die DJK Blau-Weiß Münster in ihrer vereinseigenen Halle an der Heinrich-Heine-Straße junge Tischtennis-Spieler. Horst Heckwolf (im Bild) ist einer der Väter des Erfolgs. (Foto: jedö)

Im Sommer machen die meisten Hallensportarten eine längere Pause – so auch das Tischtennis. In Münster kann man das schnelle Rückschlagspiel beim Turnverein, vor allem aber bei der DJK Blau-Weiß ausüben. Im mittlerweile größten Sportverein im Ort machen die rund 300 Mitglieder der Tischtennis-Abteilung ein Drittel der insgesamt 900 DJKler aus. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche stehen an der Platte, und in der abgelaufenen Saison hat die Sportart nochmals einen regelrechten Boom erlebt. Der hat mehrere Gründe, die DJK-Kümmerer Horst Heckwolf besonders gut erläutern kann.

Der ehemalige Bundesliga-Spieler und Erfinder des Trainingsgeräts „Flippomat“ leitet nicht nur Teile des Nachwuchstrainings in der Heinrich-Heine-Straße, das an fünf Tagen pro Woche stattfindet und in Anfänger-, Nachwuchs- und Leistungsgruppe unterteilt ist. Mit Karina Beck stemmt Heckwolf auch das Kindergarten-Projekt, mit dem der Verein in den fünf Münsterer Kitas und einer in Altheim das Tischtennis in einer Form näherbringt, die auch Vier- und Fünfjährigen gerecht wird (wir berichteten ebenfalls). Der ein oder andere findet so später den Weg zur DJK Blau-Weiß. Allein damit ist der jüngste Zuwachs, der auch zum 50-Mitglieder-Schub im vergangenen Jahr und zum Sprung über die 900er-Marke beitrug, aber nicht zu erklären.

Neben den 15 Stunden in zehn Einheiten an bis zu neun Tischen an fünf Wochentagen, die der Verein im Tischtennis allein die Jugendlichen coacht und die er immer mit mindestens zwei der elf Trainer besetzt, führt die DJK auch Grundschüler der Münsterer Kennedy-Schule und der Altheimer Regenbogenschule an ihren Hauptsport heran. Der ist im Ort natürlich seit Jahrzehnten mit Ausnahmeerscheinung Jörg Roßkopf – heute Bundestrainer der Männer und immer mal wieder zu Veranstaltungen im frisch modernisierten Domizil der Blau-Weißen präsent – verbunden. Allein dieser Name gewänne als Zugpferd freilich kaum ein Kind fürs Tischtennis. Es ist eher das I-Tüpfelchen, wenn ein Ass und Vorbild wie Roßkopf mal wieder in den Heimatort kommt und beispielsweise bei der 100-Jahr-Feier des Vereins im vergangenen Jahr ein Showmatch bestreitet.

Positiver Trend, während die Zahl der Mannschaften in den meisten anderen Vereinen sinkt

Heckwolf und Co. sind besonders stolz, dass man den großen Zuspruch fürs Tischtennis – kein Randsport, aber längst nicht so verbreitet wie der große Bruder Tennis oder gar Volkssport Fußball – trotz der Corona-Pandemie verzeichne. „Während fast alle Vereine im Umkreis zum Teil deutliche Rückgänge bei der Zahl der gemeldeten Mannschaften haben, halten wir unsere seit Jahren und bauen sie sogar noch aus.“ In der Saison 2022/23 brachten die Münsterer allein acht Nachwuchsteams, darunter auch ein reines Mädchenteam, an die Platte. Die Jugendspielerinnen, die im Jahr zuvor in der Hessenliga aufliefen, wurden ins Verbandsliga-Damenteam eingruppiert. Dies ist ein Paradebeispiel für den Übergang vom Nachwuchs- in den Aktivenbereich.

Mehr als eine Randnotiz bei alldem ist, das sich die Tischtennis-Abteilung der DJK Blau-Weiß als eine der größten hessenweit fast ausschließlich aus der eigenen Kommune speist: „Im Wesentlichen spielen bei uns Kinder und Jugendliche aus Münster und Altheim“, sagt Horst Heckwolf. Nur zwei, drei Dieburger seien ebenfalls dabei. Beim Dieburger Sportverein DJK Viktoria ist ebenfalls Tischtennis im Angebot, doch die Zahl der Nachwuchsspieler lässt sich seit Jahren bestenfalls an zwei Händen abzählen. In Eppertshausen schafft der TTC ein lebendiges Angebot – doch die DJK Blau-Weiß Münster setzt (neben dem TSV Langstadt) in der Region ganz klar die stärkste Duftmarke.

(Text: jedö)