Nachwuchsoffensive bei Münsters Anglern

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Der ASV Münster (auf dem Foto 2. v. l. Vorsitzender Peter Riedmüller, daneben Pressewart Horst Löbig, hinten r. Jugendwartin Claire Frühwein, dazu einige Jugendliche des Vereins) intensiviert seine Nachwuchsarbeit. Eine Werbeaktion auf dem malerischen Gelände an der Gersprenz verlief vielversprechend. (Foto: jedö)

Derzeit nur wenige Jugendliche unter den 120 ASV-Mitgliedern

Horst Löbig, einst Jugendleiter und heute Pressewart des Angelsportvereins Münster, erinnert sich noch gut: „Früher hatten wir mal 20 aktive Jugendliche.“ Heute sind es deutlich weniger, „noch acht, neun“, schätzt Jugendwartin Claire Frühwein. Nicht viel bei insgesamt 120 Mitgliedern im ASV Münster, wie auch Vorsitzender Peter Riedmüller einräumt. Sein Verein hat den momentanen Nachwuchsmangel freilich nicht nur erkannt, sondern begegnet ihm auch konkret. Kürzlich führte er auf seinem malerischen Gelände an der Gersprenz eine Werbeaktion durch, die vielversprechend verlief.

Im Rahmen eines Tags der offenen Tür samt Bewirtung hatte sich das Team um Frühwein, Riedmüller und Co. Verschiedenes einfallen lassen, um interessierte Kinder und Jugendliche in ersten Schritten spielerisch mit dem Angeln vertraut zu machen. Dazu gehörte beispielsweise die Auswurftechnik, die erprobt werden konnte und schließlich auch prämiert wurde. In einem Bassin konnten Plastikenten an den Haken genommen werden. Auf Plakaten visualisierte der ASV die Fischarten der heimischen Gewässern.

Das sind für die Münsterer neben jenem Gersprenz-Abschnitt zwischen Kläranlage im Norden und B45-Brücke im Süden der Gemeinde vor allem der Bitzensee und der See am Freizeitzentrum. Der Bitzensee befindet sich im Eigentum des Angelsportvereins, den genannten Gersprenz-Bereich und den See am Freizeitzentrum hat er gepachtet. In die Seen und ins Flüsschen setzt der ASV immer wieder Bachforellen und Aale ein, tut sich dazu auch mit anderen Gersprenz-Anrainern zusammen.

Hobby umfasst mehr als nur Angeln

Ihr Hobby umfasse dabei deutlich mehr als das Anlocken des nächsten Fangs, stellt Riedmüller heraus: „Wir säubern die Gewässer, hegen und pflegen auch seine Ufer.“ Gerade an und in der Gersprenz mache man immer wieder unschöne Funde; erst kürzlich entdeckten und entfernten die Angler nahe dem Stadion Autoreifen. „Insgesamt tragen wir durch unsere Arbeit zum Erhalt der Artenvielfalt bei“, sagt der Vereinschef.

Dies könne im Verbund mit dem Kern der Leidenschaft, dem Angeln am See oder Fluss, nach wie vor auch für Kinder attraktiv sein. „Sie erfahren in unseren Theoriestunden viel über die Fischarten und Schonzeiten, lernen die Angeltechniken und insgesamt ganz viel über die Natur“, erzählt Riedmüller. Für Frühwein, die als Kind durch ihren Vater zum ASV kam und ihrem Hobby auch als Endzwanzigerin noch treu ist, bietet das Angeln diverse Reize: „Ich bin gern draußen am Wasser, gern in der Natur. Man lernt viel über ihren Schutz. Und das Angeln bietet wunderbar die Gelegenheit, mal runterzukommen.“
Das tun im ASV Münster derzeit relativ wenige junge Menschen. Die Nachwuchsgruppe besteht aus 10- bis 13-Jährigen, darunter auch drei Mädels. Für sie legt sich der Verein durchaus ins Zeug, organisiert zum Beispiel Kanufahrten und mehrtägige Exkursionen, hat dafür ein eigenes Mannschaftszelt angeschafft.

Die Zeichen stehen besser, dass die ASV-Jugend wieder ein bisschen wachsen könnte. „Es war ein super Tag, der sich definitiv gelohnt hat“, resümiert Jugendwartin Claire Frühwein. „Es gab einige Interessenten. Eltern haben mit mir gesprochen, die Kids hatten sehr viel Spaß!“ Auch ASV-Vorsitzender Peter Riedmüller ist überzeugt, dass dieses Hobby auch und gerade heute noch überzeugen kann: „Wir zeigen, dass es auch noch was anderes gibt als das Handy.“ Beim Angeln bleibe das Smartphone links liegen: „Du musst ja ständig auf den Schwimmer achten!“

(Text: jedö)