Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt Praxistipps zur Klimaanpassung

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Symbolbild Hitze (Foto: geralt auf Pixabay)

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist seit Mitte Mai von einer ausgeprägten Trockenphase betroffen. Bis auf den 8. Juni, welcher sich durch räumlich sehr unterschiedliche Starkniederschläge im Stadtraum zeigte, hat es im gesamten Stadtgebiet nicht mehr geregnet.

„Laut dem Dürremonitor des Helmholtz-Instituts ist der Bodenfeuchtezustand alarmierend. Deutschland und die Region um Darmstadt steuern auf den nächsten Dürresommer zu. Im Darmstädter Stadtgebiet sind nahezu alle Bodenwasserspeicher aufgebraucht, es steht kein pflanzenverfügbares Wasser mehr zur Verfügung, sodass vielfach Trockenstress an Pflanzen im kommunalen und privaten Raum auftritt“, erklärt Klimaschutzdezernent Michael Kolmer. „Die derzeitige Entwicklung ist ein eindeutiges Indiz für die stattfindende Klimakrise. Dringend benötigte, flächendeckende Regenfälle sind laut derzeitiger Wettervorhersagen kurz- und mittelfristig nicht in Sicht.“

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt rät zum schonenden Umgang mit Trinkwasser bspw. bei der Bewässerung des eigenen Gartens. Zukünftige Niederschläge werden in den Sommermonaten vielfach als Starkniederschläge fallen, welche meist aufgrund der ausgedörrten Böden und versiegelter Flächen oberflächig abfließen, ohne dabei merklich in den Boden einzusickern.

„Um diese Niederschläge nutzen zu können, empfehlen wir, großvolumige Zisternen und Regentonnen einzusetzen“, so Kolmer weiter. „Das auf der Dach-, Garage- oder Carportfläche anfallende Wasser kann so gesammelt und bspw. zur Bewässerung genutzt werden, anstatt es ohne weitere Verwendung in die Kanalisation zu leiten.“

Ein vom Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung aufgesetztes Förderprogramm, siehe https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/klimaschutz/foerderprogramme-und-beratungsangebote/foerderprogramm-zisternen unterstützt private Haushalte und Wohneigentümergemeinschaften, kleine und mittlere Unternehmen, Vereine und andere Organisationen bei der Anschaffung, den Einbau und bei der Installation von Zisternen für das Sammeln und Verwenden von Dachflächenablaufwasser sowie von Grauwasser.

Versiegelte Flächen verstärken Klimaextreme, wie Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen und sollten so weit wie möglich rückgebaut werden.
Naturgärten, naturnah angelegte Vorgärten oder begrünte Dächer nehmen hingegen Regenwasser auf und verdunsten und versickern es vor Ort, was auf die Umgebung kühlend wirkt und Oberflächenabflüsse im Zuge von Starkregen reduziert. Potentiell zu entsiegelnde und begrünbare Flächen, zeigt das vom Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung bereitgestellte Gründach- und Entsiegelungskataster (https://www.gpm-webgis-13.de/geoapp/kataster/darmstadt) und gibt darüber hinaus standortspezifische Pflanzempfehlungen.

Bei Rasenflächen wird empfohlen mittelfristig einmal über eine Umwandlung ganzer Flächen oder von Teilen des Rasens zu Wildblumenwiesen nachzudenken. Auch Ausmagerung von Rasen oder das Pflanzen von schattenspendenden einheimischen Bäumen (u.a. Feldahorn, Winterlinde, Elsbeere, Wildapfel und Wildbirne) und Sträuchern (u.a. Kornelkirsche, Sanddorn, Weißdorn, Hainbuche, Schlehe) ist eine Möglichkeit der Klimaanpassung.

Der Naturschaugarten am Schlossgartenplatz im Martinsviertel zeigt anhand von Schautafeln heimische Pflanzen, welche gut mit den Klimaveränderungen zurechtkommen. Die vom Umweltamt ausgearbeitete Pflanzliste der beiden Grünflächen kann auf folgender Webseite eingesehen werden: https://www.darmstadt.de/fileadmin/PDF-Rubriken/Leben_in_Darmstadt/umwelt/Pflanzenlisten_HP_Umweltamt.pdf

Einschränkungen zur Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern sollen in den nächsten Tagen folgen, damit das Absinken der Wasserstände in den Bächen nicht noch verschärft wird.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)