Klinikum Darmstadt: Teddydoktoren nehmen Angst vorm Krankenhaus

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Operation am Teddy. (Foto: Klinikum Darmstadt)

Medizinstudierende im schlüpfen in die Rolle von Teddydoktorinnen und -doktoren und behandeln Teddy und Co. von Kindergartenkindern

720 Kinder im Kindergartenalter zwischen drei und sechs Jahren sind eingeladen, ihre Plüschtiere, Teddybären oder Puppen im Teddykrankenhaus in Darmstadt behandeln zu lassen: Auf Initiative der Personalabteilung veranstalten Studierende der Humanmedizin, die am Klinikum Darmstadt ihr Praktisches Jahr (PJ) absolvieren, für das kommunale Krankenhaus an drei Tagen ein Teddykrankenhaus. Ziel der Veranstaltungen ist es, Kindern die Angst vor einem Krankenhausaufenthalt, medizinischem Personal oder einem Ärzt*innenbesuch zu nehmen. Dafür schlüpfen Studierende in die Rolle von Teddydoktoren und -doktorinnen.

„Gesundheitsförderung und -schulung fängt am besten früh an“, weiß Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz, Schirmfrau des Teddykrankenhauses am Klinikum Darmstadt. „Daher unterstütze ich die Idee der Studierenden und des kommunalen Krankenhauses sehr gerne, Kindern frühzeitig die Angst vor Krankenhausbesuchen zu nehmen und zugleich über Krankheiten, Untersuchungen und Behandlungen zu informieren.“

Das Konzept, das in 2020 vor der Corona-Pandemie schon einmal umgesetzt werden konnte, stieß sofort auf Resonanz und Unterstützung der Personalabteilung und des Studierendensekretariats. Mit 20 PJ-Studierenden besetzen die Nachwuchskräfte die Stationen des Teddykrankenhauses: Von der Patientenanmeldung, über den Warteraum mit Malstation, einer Untersuchung mit Röntgenstation, bis hin zur OP-Station, für die sich alle Kinder OP-tauglich in Kittel und mit Mundschutz und Haube kleiden müssen. Dort wird im Innersten eines OP-Teddys geschaut, was den kleinen Patient*innen Bauchschmerzen bereiten kann. An der letzten Station gibt es dann das Abschlussgespräch und ein Rezept für Zuhause: Dies kann in unserer „Apotheke“ eingelöst werden, um die „kranken“ Kuscheltiere wieder gesund zu machen. Draußen wartet dann noch ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes und lädt neugierige Kinder zur Besichtigung ein.

Strahlende Kinderaugen als Motivation

„Die Motivation der Studierenden ist natürlich, die vielen strahlenden Kinderaugen sehen zu können“, sagt Studierendenkoordinatorin Bettina Brandt. Neben dem spielerischen Kennenlernen von alltäglichen Abläufen in einem Krankenhaus stehe auch die Rolle des Kuscheltieres im Vordergrund. „Über den Wegbegleiter kommen wir in den direkten Kontakt und können mit den Kindern über verschiedene Lebensereignisse sprechen und auf mögliche eigene Erkrankungen oder Arztbesuche vorbereiten. So nehmen wir mit dem Kind gemeinsam dem Teddy zum Beispiel die Angst vor einer Impfung,“ erläutern PJ-Studierende Chiara Wambold und Maximilian Martin.

Personalleiterin Grit Kraushaar hofft, dass jetzt das Teddykrankenhaus wie ursprünglich geplant jedes Jahr als Projekt der PJ-Studierenden Darmstädter Kindergartenkindern angeboten werden kann. Intern wird das Teddykrankenhaus auch zum Kontakthalten genutzt. „Der Freitagnachmittag gehört 60 Kindern von Mitarbeitenden und Müttern und Vätern in Elternzeit. Diese informieren wir gemeinsam mit der Pflegedirektion über Neues aus dem Klinikum Darmstadt. Heute kann man ja nicht früh genug mit der Akquise beginnen und so fangen wir schon im Kindergartenalter an unser Haus als Arbeitgeberin zu präsentieren“, führt Grit Kraushaar mit einem Augenzwinkern hinzu.

(Text: PM Klinikum Darmstadt)