Am 15. Juni ist Tag des Cholesterins

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Symbolbild (Foto: Pixabay)

Kardiovaskuläre Erkrankungen, zu diesen gehören Herzinfarkte, Schlaganfälle, die periphere arterielle Verschlusskrankheit und auch die chronische Nierenkrankheit, gelten als die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Wichtigster Risikofaktor ist neben dem Bluthochdruck die Hypercholesterinämie, das bedeutet, es findet sich ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut. Als wichtiger Risikofaktor wird aber weniger das Gesamtcholesterin betrachtet als das LDL-Cholesterin, das heute medikamentös gut beeinflusst und eingestellt werden kann. Neben dem bekannten LDL-Cholesterin, das risikoadaptiert gesenkt werden kann, ist in den vergangenen Jahren ein weiterer wichtiger Risikofaktor in den Fokus gerückt. Dieser Risikofaktor dessen Höhe Großteils genetisch bestimmt ist, nennt sich Lipoprotein (a), und wird nur wenig durch Umweltfaktoren beeinflusst. Derzeit gibt es für die meisten Patient*innen noch keine Therapieoptionen zur Senkung von Lipoprotein (a), es werden aber aktuell verschiedene innovative therapeutische Ansätze in großen Studien untersucht. Patient*innen mit erhöhtem LDL-Cholesterin und Lipoprotein (a) -Werten zeigen ein erhöhtes Risiko bezüglich kardiovaskulären Erkrankungen, so dass eine intensivere primäre oder sekundäre Prävention durchgeführt werden sollte.

Erhöhte (LDL-) Cholesterinspiegel mitursächlich für sogenannten Plaques

Erhöhte (LDL-) Cholesterinspiegel im Blut sind mitursächlich für die Entstehung von Ablagerungen in der Gefäßwand, sogenannten Plaques, die im Verlauf zu Gefäßwandverkalkungen werden und im schlimmsten Fall zu einem Gefäßverschluss (Stenose) führen. Dies stellt einen lebenslangen Prozess dar und beginnt bereits im frühen Lebensalter. Die Geschwindigkeit dieses Prozesses hängt letztlich von der Höhe des LDL-Cholesterins ab und kann bei der familiären Hypercholesterinämie, bei dieser Erkrankung finden sich ab der Geburt deutlich erhöhte (LDL-) Cholesterinspiegel im Blut, bereits bei Kindern und Jugendlichen zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen.

Auf welche Werte sollte man nun das LDL-Cholesterin senken? Hier unterscheidet man eine Sekundärprävention, das heißt, wenn bereits ein Ereignis eingetreten ist, von einer Primärprävention, die das Auftreten eines Solchen verhindern soll. Viele Untersuchungen konnten einen klaren Vorteil für eine Senkung des LDL-Cholesterins zeigen, wie beispielsweise nach einem Herzinfarkt. Bei diesen Patient*innen mit einem sehr hohen Risiko soll das LDL-Cholesterin auf Werte < 55 mg/dl (1.4 mmol/l), sofern ein zweites Ereignis innerhalb von zwei Jahren aufgetreten ist, sogar auf Werte < 40 mg/dl (1 mmol/l) eingestellt werden. In der Primärprävention ist die Datenlage nicht derart umfangreich, jedoch sind die vorhandenen Daten nicht weniger überzeugend.

Probleme werden zu spät erkannt

Das Problem mit den Blutfetten ist aber nun einmal, dass eine Erhöhung keinerlei Beschwerden verursacht. Leider wird die Notwendigkeit meist erst erkannt, wenn es zu spät ist, d.h. wenn bereits ein Ereignis wie beispielsweise ein Herzinfarkt aufgetreten ist. Daher spielt die Früherkennung eine wesentliche Rolle, die spätestens mit dem 35. Lebensjahr im Rahmen des Gesundheitscheck-Up erfolgen sollte. In Fällen bei denen der/die betroffene Patient*in bereits in jungen Jahren ein Ereignis erlitten hat, muss auch an eine genetische Komponente gedacht werden und (jüngere) Familienangehörige beziehungsweise Verwandte, je nach Ergebnis, bereits im Vorschulalter, untersucht werden.

Heutzutage stehen uns verschiedene, gut wirksame und verträgliche Medikamente zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte zur Verfügung. Leider zeigt die Realität aber, dass lediglich 20 bis 25Prozent der behandelten Patient*innen diese definierten Zielwerte erreichen. Ursächlich erscheint hier zu sein, dass einerseits viele Patient*innen ihren aktuellen LDL-Cholesterinwert, aber auch ihren individuellen Zielwert nicht kennen, und können somit auch keine passende Therapie einfordern. Aber auch Haus- und Fachärzt*innen müssen gemeinsam mit den Patient*innen darauf achten, diese regelmäßig zu kontrollieren und ggf. die Therapie anzupassen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen:

• Die/der Patient*in muss seine (Ziel-) Werte kennen! Z.B. < 55 mg/dl nach einem Herzinfarkt
• (LDL-) Cholesterinwerte müssen regelmäßig kontrolliert und durch den Arzt*in muss die Therapie bei nicht-Erreichen der Zielwerte angepasst werden
• Bestimmung des Lipoprotein (a), mindestens einmal im Leben
• Hierdurch werden Leben gerettet und Lebensqualität erhalten

Telefon-Hotline

Am heutigen 15. Juni steht in der Zeit von 16 bis 19 Uhr eine kostenlose Telefon-Hotline unter 0800/2 811 811 zur Verfügung. Hier kann man den Expert*innen der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V., u.a. auch Prof. Dr. Bernd Krüger, weitere Fragen rund um das Thema „Blutfette“ stellen.

(Text: PM Klinikum Darmstadt)