„Aktionstag gegen den Schmerz“ an der Interdisziplinäre Schmerztagesklinik der Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden

288
(Symbolfoto: Pixabay)

Laut aktuellen Schätzungen leiden etwa 23 Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen – das sind fast 28 Prozent der Bevölkerung. Ausgelöst werden diese zwar auch durch Erkrankungen wie Tumore, allerdings liegt bei einem Großteil der Betroffenen kein klarer Befund vor. Genau hier setzt die Interdisziplinäre Schmerztagesklinik der Asklepios Paulinen Klinik in Wiesbaden unter anderem an. Am „Aktionstag gegen den Schmerz“ am Dienstag, 6. Juni, der durch die Deutsche Schmerzgesellschaft und ihre Partnerorganisationen 2012 ins Leben gerufen wurde, beteiligen sich die Verantwortlichen der Schmerztagesklinik deshalb mit einem Tag der offenen Tür für Betroffene und deren Angehörige, um sie über mögliche Therapien zu informieren.

„Regelmäßig wiederkehrender oder gar dauerhafter Schmerz ist für Betroffene eine große Belastung. Es passiert oft, dass sie sich früher oder später von ihrem sozialen Umfeld abkapseln und sich mit ihrem Schicksal abfinden. Soweit sollte es gar nicht erst kommen. Unsere multimodale Schmerztherapie setzt schon da an, wo chronischer Schmerz entstehen kann und hilft gleichzeitigt denjenigen, die bereits seit langem daran leiden. Was genau dahintersteckt möchten wir beim Tag der offenen Tür erklären“, sagt Peter Kriegsmann, diensthabender Arzt der Asklepios Schmerztagesklinik in Wiesbaden.

Er und seine Kollegen werden den Besuchern Rede und Antwort stehen. Wichtig sei ihnen vor allem, Alternativen und Ergänzungen zu medikamentösen Therapien aufzuzeigen. „Der Körper muss immer ganzheitlich betrachtet werden. Medikamente sind nützlich und können helfen. Trotzdem muss es immer ein Zusammenspiel aus mehreren Komponenten geben“, erklärt der Experte. Zu den Bausteinen der multimodalen Schmerztherapie gehören deshalb auch Psycho-, Physio- und Ergotherapie, sportliche Aktivität sowie Biofeedback. „Biofeedback ist eine Methode, um unbewusste Körperfunktionen bewusst zu machen und mit zunehmender Kompetenz Kontrolle darüber zu gewinnen. Es wird einem vieles klarer, wenn man sich mit seinem Körper einmal genau beschäftigt.“

Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines chronischen Schmerzes haben, sollten sich frühzeitig Unterstützung suchen und eine Therapie beginnen. In diesem Stadium hätten die Betroffenen eine gute Prognose, die Schmerzen wieder in den Griff zu bekommen. „Sollte ein Schmerz bereits chronisch sein, ist die Behandlung langwieriger und schwieriger. Trotzdem haben wir viele Therapiemöglichkeiten, die auch in diesen Fällen Linderung verschaffen“, sagt Peter Kriegsmann.

Wichtig sei ihm, dass möglichst viele Betroffene durch den „Aktionstag gegen den Schmerz“ darauf aufmerksam werden, dass ihre Situation keinesfalls ausweglos ist. „Ich finde es jedes Mal traurig, wenn junge wie alte Menschen zu uns kommen, die bereits seit vielen Jahren mit Schmerzen leben müssen, weil sie einfach keine Anlaufstelle für ihre Beschwerden hatten. Ich möchte an alle appellieren, die in irgendeiner Form unter Schmerzen leiden. Egal wie alt sie sind und egal wie erträglich die Schmerzen noch sein sollten: Schmerz ist immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt und keiner sollte sich damit abfinden müssen“, so der Mediziner.

Am „Aktionstag gegen den Schmerz“ beteiligen sich deutschlandweit 125 Praxen, Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen. Zusätzlich wird eine kostenlose Telefon-Hotline von 9 bis 18 Uhr unter Tel. 0800/1818120 eingerichtet, bei der Experten Fragen rund um das Thema Schmerzen beantworten.

Die Veranstaltung findet zwischen 9 bis 16 Uhr in den Räumen der Schmerztagesklinik in der Dostojewskistraße 5 in Wiesbaden statt.

(Text: PM LPR)