Frankfurt: Mehr Sicherheit im queeren Viertel

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Polizeipräsident Stefan Müller, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Electra Pain. (Foto: Maik Reuß)

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg und Polizeipräsident Müller ziehen eine erste Bilanz des LSBTIQ*-Koordinierungskreises

Sechs Monate nach der Bildung des LSBTIQ*-Koordinierungskreises haben Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Polizeipräsident Stefan Müller und die Drag-Queen Electra Pain eine positive Zwischenbilanz der gemeinsamen Arbeit gezogen. Demnach sind die gewalttätigen Übergriffe zurückgegangen, das Sicherheitsgefühl im Viertel ist gestiegen und das Vertrauen in die Arbeit der Polizei ist gestärkt.

Dies zu erreichen, war das bei der Gründung des Koordinierungskreises formulierte Ziel. Hintergrund waren die queerfeindlichen Übergriffe im vergangenen Jahr. Über die in dem Gremium vereinbarten und zum Teil bereits umgesetzten Maßnahmen berichteten Eskandari-Grünberg, Müller und Electra Pain am Montag vor der Presse. “Wir haben viel erreicht. Die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadt und Zivilgesellschaft hat sich bewährt und kann als Modell für anderen Themen in der Stadt betrachtet werden”, bilanzierte Eskandari-Grünberg.

Müller ergänzte: “Unser Ziel ist es, nicht nur eine sichtbare Präsenz im Viertel zu zeigen, sondern aktiv mit der queeren Szene zusammenzuarbeiten und gemeinsam für eine stetige Verbesserung der Situation zu sorgen.”

Die im Diversitätsdezernat angesiedelte Stabsstelle für Antidiskriminierung hatte ein Konzept für den Koordinierungskreis erarbeitet. Dabei wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet und an Themen: Schutz vor Gewalt und Diskriminierung, Sichtbarkeit der queeren Communities und Empowerment sowie Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts gearbeitet. Der LSBTIQ* Koordinierungskreis tagt einmal im Quartal mit der Bürgermeisterin und dem Polizeipräsidenten. Dazwischen wird in den Arbeitsgruppen weitergearbeitet.

Ergebnis war schließlich ein Fünf-Punkte-Plan. So gibt es am 16./17. Juni 2023 Aktionstage im Queeren-Viertel unter dem Motto “Vielfalt Ohne Gewalt”, dies ist zugleich der Auftakt des erstmalig ins Leben gerufenen “Frankfurter Pride Month”. Geplant sind hierzu weitere Veranstaltungen sowie eine Öffentlichkeitskampagne mit dem Titel “Safer Spaces for Queer People”, die Erarbeitung und der Ausbau eines Awareness-Konzepts für den CSD, die Entwicklung eines “Zivilcourage”-Moduls für kritische Beobachter:innen sowie ein Mediationsdialog mit der Gastronomie sowie Club- und Barbesitzer:innen.

“Nach den gewaltsamen Angriffen auf mich und viele weitere queere Menschen in Frankfurt musste etwas passieren”, sagte Electra Pain. “Ich bin unglaublich stolz auf das Engagement aller Beteiligten und auf die bisherigen Ergebnisse unserer Arbeit. Auf die Aktionstage am 16. und 17. Juni freue ich mich ganz besonders. Sie sollen nicht nur das Regenbogenviertel sichtbarer machen, sondern auch Brücken schlagen und der Startschuss für ein bunteres und toleranteres Frankfurt sein.”

Die Arbeit im Koordinierungskreis wird weitergehen. Darin waren sich Eskandari-Grünberg, Müller und Electra Pain einig.

(Text: Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Frankfurt und des Polizeipräsidiums Frankfurt)