„Wiesbaden tanzt“ vom 12. bis 14. Mai

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(Symbolfoto: Andrea Speha auf Pixabay )

„Wiesbaden tanzt“ ist seit über 17 Jahren ein zentrales Ereignis, das tanz- und bewegungsbegeisterten Menschen in Wiesbaden und Umgebung die Möglichkeit bietet, Tanz in seiner Vielfalt zu entdecken. Das vom Kulturamt organisierte Festival ist über die Jahre zu einem beliebten Angebot im Veranstaltungskalender der Stadt geworden; in diesem Jahr findet es von Freitag, 12. Mai, bis Sonntag, 14. Mai, statt.

Im Mittelpunkt von „Wiesbaden tanzt“ steht die gemeinschaftliche Bewegung: beim Selbsttanzen in Workshops und Schnupperkursen, aber auch durch verschiedene Präsentationsformate im öffentlichen Raum oder auf der Bühne. Die 18. Ausgabe führt die Tradition der vergangenen Ausgaben weiter und schärft zugleich das Profil der Veranstaltung. Der Fokus richtet sich dabei konsequent auf die Stadt als Bühne und Begegnungsort. Projekte zum Mitmachen und Mittanzen, Arbeiten zu Bewegung, Raum und Körper, der Austausch zu und über Tanz, aber auch regionale und überregionale Gastspiele und Kooperationen setzen sich zu einem abwechslungsreichen Programm zusammen.

Programmstruktur

Die Festivalstruktur greift für die drei Tage in Struktur und Gestaltung die Idee einer Tanzaufführung auf:

Erster Tag (Freitag): Warm up

In zahlreichen Schnupperkursen und Workshops können Bewegungs- und Körpererfahrungen sowie Tanzwissen gesammelt werden. Dazu öffnen die Wiesbadener Tanzschulen und -einrichtungen ihre Türen, präsentieren ihr Angebot und laden Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Bewegungsbedürfnisse ein.

Zweiter Tag (Samstag): Aufführung

Der zweite Tag des Festivals ist der Aufführung gewidmet, die in der ganzen Stadt von morgens bis abends stattfindet. Tanz- und Performanceprojekte wählen den Stadtraum als Bühne und setzen sich explizit damit auseinander. Dafür kuratiert „Wiesbaden tanzt“ ein Programm bestehend aus Beiträgen der Wiesbadener Tanzeinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler der Freien Szene Wiesbadens, eingeladenen Gastspielen und einem Projekt, das aus dem neu geschaffenen Stipendium des Festivals entstehen wird. Walking Acts, Aufführungen, Performances, Tanzpartys, Filme und Gesprächsformate verweben sich zu einem Tanzteppich, der sich über die ganze Stadt zieht.

Dritter Tag (Sonntag): Cool Down

Das Cool Down gehört wie das Warm Up zu jeder Bewegungsstunde. Es dient der Erholung, der Entlastung und der Vorbeugung von Muskelkater. Ein Cool Down in einer Tanz- oder Yogaklasse kann auch eine Bewegungsmeditation sein, eine Entspannungsübung oder ein gemeinsames Gespräch. „Wiesbaden tanzt“ greift die Idee des Cool Downs am letzten Tag des Festivals auf, um in entspannter Atmosphäre zusammenzukommen und die Bewegungen des Festivals ausklingen zu lassen.

Festivalzentrum

Verknüpfende Anlaufstelle ist das Festivalzentrum im WiCoPop* in der Kleinen Schwalbacher Straße, das zur Information und zum Austausch einlädt.

Tanzeinrichtungen

Wie es bei „Wiesbaden tanzt“ Tradition ist, öffnen auch in diesem Jahr diverse Tanzschulen, Studios sowie Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer ihre Einrichtungen und Kurse, um den Tanz in all seinen Facetten erlebbar zu machen. Von Flamenco bei den Flamencoschulen Jaleo und Aviles, Stepptanz bei der Fiddle & Feet School of Dancing über zeitgenössischen Tanz vom tanzraum Ute Bühler bis hin zu klassischem Paartanz in der Tanzschule Hohmann, Tango von TangoNJ oder Yoga von Yoga~Tanz~Theater — für jeden tanzfreudigen Geschmack ist etwas dabei.

Freie Szene Wiesbaden

Wiesbaden verfügt über eine vielfältige Szene an professionellen Tanz- und Performance-Künstlerinnen und -Künstlern, die bei „Wiesbaden tanzt“ ihr Können und ihre Kreativität unter Beweis stellen. Matthew Tusa und sein Ensemble zeigen mit „Tanz mit mir“ eine interaktive Tanzperformance rund um die Marktkirche. Theater 3 D wird mit „#wir sind anders“ in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs sein. Das IDA FLUX Ensemble sammelt und verwandelt die alltäglichen Bewegungen der Menschen auf Straßen und Plätzen und lädt ein zum gemeinsamen Erforschen von Bewegung und Alltagschoreographie – „Stadt & Stille“ heißt ihre Performance. „Green (E)motion“ zeigen Alexandra Deutsch, Sibylle Magel, Hiie Saumaa und Axel Schweppe in den Düreranlagen – Bewegungen, Skulpturen und Klänge treten in Dialog mit den Pflanzen, den Menschen und der Umgebung. „gangART“ von Petra Lehr beschäftigt sich damit, wie wir von einer Körperskulptur in verschiedene Arten des Gehens, über Innehalten und kleine Gesten zum Tanz kommen.

Gastspiele

Das Festivalprogramm wird ergänzt durch Performances von Tanzensembles aus ganz Deutschland und Österreich. Willie Stark arbeitet im Bereich von Urban Dance, afrikanischen Tänzen und zeitgenössischem Tanz. In ihrer Produktion NIREUS erforscht sie die Bewegungen des blauen Schwalbenschwanzes, einer afrikanischen Schmetterlingsart, und setzt diese in Bewegung und Klang um. Das inklusive Ensemble DIN A13 aus Köln bringt „in BETWEEN us“ nach Wiesbaden. Die Company beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss Angst und Bedrohung in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Veränderungen haben. „Interior Parkour“ von Artmann & Duvoisin ist eine Auseinandersetzung mit der Architektur unserer Umgebung und ihrer Wirkung auf unsere alltäglichen Bewegungsmuster. In „Table Talk“ kommen die sechs Performerinnen vom Kollektiv Klaus mit den Menschen im Wiesbadener Stadtraum zusammen – ein Tisch und sechs Sitze dienen als temporäre Orte der Verhandlung in einer männlich geprägten Stadt- und Raumordnung. Tanzbar Bremen streift mit „Blitzlichter“ durch die Wiesbadener Innenstadt. Ein Platz wird kurz erobert, mit Bewegung gefüllt, durch Körper neu geformt. So schnell wie es entsteht, löst es sich wieder auf.

Stipendium

Wenn sich bestimmte Verhaltensmuster in Körpern fixieren – wie schreibt sich dann der uns umgebende Raum in jene Körper ein? Ausgehend von dieser Frage beschäftigt sich eine Gruppe junger Kunstschaffenden aus Frankfurt und Offenbach mit Architekturen und Rollenbilder im Stadtraum. „Soft city, inscribed“ heißt die Arbeit von „Archiv der Zärtlichkeit“, das das neu geschaffene Festivalstipendium gewonnen hat.

Zielgruppen

Wiesbaden tanzt bietet Tänzerisches für alle Bevölkerungsgruppen – nicht nur als Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern auch auf der Bühne. Tanztheater Patina besteht seit 2013 als Projekt von zehn Frauen 50+ und wählt in „Lichterwende“ die komplexen Netzwerke des Waldes als Motiv. Der Bundesverband für Seniorentanz lädt ein, in beschwingter Atmosphäre mitzutanzen. In der Riederbergschule und verschiedenen anderen Schulen werden partizipative Angebote zum Mittanzen und zum Kennenlernen von Tanz als Kunstform gemacht. Damit richtet sich Wiesbaden tanzt auch in diesem Jahr gezielt an Kinder und Jugendliche. Der Kulturverein Pamojah e. V. arbeitet im April 2023 mit verschiedenen Gruppen von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren am Flashmob-Tanz „Jerusalema“. Für das Festival Mitte Mai werden zusätzlich Musik- und Tanzgruppen eingeladen, die ebenfalls Tanz- und/oder musikalische Stücke aufführen. Tanzbaden ist eine Musik- und Tanzprojektidee in und aus Wiesbaden, inspiriert von Elementen der Afro-Kultur, die aus einer Kooperation zwischen dem Musiker K’Daanso und der Ghanaisch-deutschen Nichtregierungsorganisation Abibiman Daakye Adwumakuo (ADA) entstanden ist. Tanzbaden soll Menschen unterschiedlicher Herkunft und Altersgruppen durch Musik und Tanz zusammenbringen. Timelesstime von Karoline Röhr und Petra Lehr ist ein partizipatives Tanzprojekt mit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft.

Gesprächsformate

Neben den Workshops und Schnupperkursen teilt sich Tanzwissen auch über das neue Gesprächsformat mit – die Tischgespräche. Wie, wo oder warum tanzen wir? Wie sieht der Alltag als Tanzschaffende oder Tanzschaffender aus? Welches Verständnis von Tanz prägt die Vermittlungsarbeit? Die Tischgespräche Tanz verstehen sich als dialogisches Gespräch in Kleingruppen. Ähnlich einem Speed-Dating Format kann das Publikum sich einen Zeitslot buchen. Mit wem man spricht, wird in Anlehnung an Blind-Dating Formate zufällig ausgewählt. Im Rahmen der Podiumsdiskussion geben geladene Expertinnen aus Theorie, Praxis, freier und institutioneller Tanzszene des Rhein-Main-Gebiets Einblicke in ihre Tanzpraxis und Arbeitsfelder.

Kooperationen

Vielfältig – motivierend – dynamisch – drei Worte, die beschreiben, worauf es bei „Wiesbaden tanzt“ ankommt. Und es sind auch die Begriffe, die sich sechs Studentinnen der Hochschule RheinMain, Studiengang Kommunikationsdesign, für ihren Designentwurf zur Grundlage genommen haben. Denn Maria-Clara Blendermann, Sara Boettger, Emily Endler, Kiara Karaj, Sarah König und Lea-Maria Schmid haben das neue Erscheinungsbild des Festivals entworfen. Neben den neuen Designideen setzten sich die Studentinnen mit der Frage auseinander, wie sich Körper im Alltag choreographieren, wie sich Bewegung festschreibt, was wir mit unserem Verhalten auslösen – im persönlichen Umfeld, aber auch im öffentlichen Raum. Entstanden sind künstlerische Arbeiten, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven einen unverbrauchten Blick auf das bewegte Alltägliche werfen. „Wiesbaden tanzt“ ist eingebettet in eine vielfältige Tanzszene im Rhein-Main-Gebiet. Diese Vielfalt zeigt sich im Festivalprogramm unter anderem durch die Kooperation mit der Tanzplattform Rhein-Main, die in 2023 fortgesetzt wird. Die Einrichtungen des Kulturamts sind durch Programmpunkte in der Stadt- und Musikbibliothek in der Mauritius Mediathek, der Caligari Filmbühne und im Literaturhaus Villa Clementine vertreten.

Programm und Informationen gibt es unter www.wiesbaden.de/wiesbaden-tanzt. „Wiesbaden Tanz“ wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert sowie unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Tanz und gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)