Letzter Feinschliff am Nordring in Offenbach

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Prämierter Wettbewerbsbeitrag: Streifenförmig-blaue Bodenmarkierungen und Straßenmobiliar wie Sitzelemente und Pflanzenkübel aus Stahl sollen den verkehrsberuhigten Bereich des Nordrings stärker hervorheben. (Foto: OPG)

Verkehrsberuhigter Bereich der Anliegerstraße soll aufgewertet werden

Farbliche Bodenmarkierungen mit hoher Griffigkeit und Straßenmobiliar wie Sitzelemente, Fahrradbügel und Pflanzenkübel sollen auf den mit Natursteinen unterteilten Asphaltflächen den Charakter des zwischen Nordend und Hafen verlaufenden Nordrings als „Wohn- und Spielstraße“ optisch stärker hervorheben und für mehr Verkehrsberuhigung sorgen.

Im Auftrag der Stadt Offenbach als Eigentümerin des Nordrings und mit finanziellen Mitteln des Bund-Länder-Programms „Sozialer Zusammenhalt“ (vormals HEGISS) hat die OPG Offenbacher Entwicklungsgesellschaft mbH als Erschließungsträgerin des Hafens die einstige Hauptverkehrsachse zur Anliegerstraße zurückgebaut. Den Durchgangsverkehr hat das Stadtwerke-Unternehmen ein Stück weit weg von der Wohnbebauung in die parallel verlaufende, vom Nordring durch einen Grünstreifen mit doppelter Baumreihe getrennte Hafenallee verlagert.

Optische Gestaltung der Oberflächen

In einem letzten Schritt sollen jetzt die Oberflächen des Nordrings im Bereich zwischen der Kaiserstraße im Osten und der Lilistraße im Westen optisch gestaltet werden. OPG und Stadt wollen damit den verkehrsberuhigten Bereich stärker betonen und die Aufenthaltsqualität von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie auch von Passantinnen und Passanten erhöhen. Alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sollen sich im Nordring auf Augenhöhe begegnen und ein Fremdverkehr möglichst ausgeschlossen werden.

Studierende der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) haben dazu einen Entwurf vorgelegt, mit dem sie einen Ideenwettbewerb zur Oberflächengestaltung der Anliegerstraße für sich entscheiden konnten. Ausgelobt hatte den Wettbewerb die OPG im Herbst vergangenen Jahres. Eingereicht wurden drei Beiträge.

Einen ersten Platz mochte die aus Vertreterinnen und Vertretern der HfG und der Stadt bestehende Jury aus formalen Gründen nicht vergeben. Die HfG-Studierenden Lea Bernhard, Marie-Josefine Pavesi, Lisa Pauline Bartz und Felix Adam belegten mit ihrem Entwurf den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Platz und wurden gebeten, ihren Vorschlag, der nun umgesetzt werden soll, entsprechend nachzuarbeiten. Für die beiden Mitbewerber gab es Anerkennungspreise von jeweils 500 Euro.

Interaktion der Anwohnerinnen und Anwohner fördern

Als positiv wertete die Jury die Intention der Verfasserinnen und Verfasser des prämierten Entwurfs, durch die Positionierung der Bodenmarkierungen und der Ausstattungselemente wie Fahrradbügel oder Pflanzenkübel nicht nur eine Verkehrsberuhigung zu bewirken, sondern gleichzeitig auch die Interaktion der Anwohnerinnen und Anwohner zu fördern.

Die streifenförmig angeordneten „taktilen Bodenmarkierungen“ mit besonders griffiger Oberfläche sollen auf Hindernisse und Hauseingänge hinweisen und im Winkel der bereits bestehenden Kopfsteinpflaster angeordnet werden. Durch die Platzierung des Straßenmobiliars soll die Fahrbahn stellenweise verengt oder verschwenkt und verhindert werden, dass unmittelbar vor den Hauseingängen gefahren oder geparkt wird.

Anklang bei der Jury fand dabei auch die Farbgebung der Bodenmarkierungen im „Offenbacher Blau“ und die Materialwahl für die Ausstattungselemente, deren Cortenstahl sich an den Hafencharakter orientieren soll. Insgesamt, so die Jury, gebe der Beitrag eine „schlüssige, ortsgerechte Antwort“ auf die Fragstellungen des Wettbewerbs.

(Text: PM Stadt Offenbach)