Neue Wohnungssicherungsstelle des Kreises Groß-Gerau verspricht schnelle Hilfe

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(Screenshot: Kreis Groß-Gerau)

Wohnen ist ein Menschenrecht – doch was, wenn das Mietverhältnis bedroht ist? Wohnraumknappheit, Mieterhöhungen, Erhöhung der Nebenkosten und Inflation sind Themen, die Menschen beschäftigen und belasten – vor allem finanziell. Häufig wissen die Hilfesuchenden nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Die Wohnungssicherungsstelle soll hier wirksam helfen und so dem Wohnungsverlust im Kreis Groß-Gerau entgegenwirken.

Ist die Wohnung erst einmal weg, müssen die Betroffenen von den Städten und Gemeinden im Kreis ordnungsrechtlich untergebracht werden. Doch ein Zurück in den regulären Wohnungsmarkt ist sehr schwer bei der angespannten Wohnungslage, und so verbringen die Personen und Familien zum Teil Jahre in den Unterkünften. Um dafür zu sorgen, dass die Wohnung erst gar nicht verloren geht, beschloss der Kreistag im Jahr 2021 die Einrichtung einer Wohnungssicherungsstelle. Das Ziel ist klar formuliert: Vermeidung von Wohnungslosigkeit sowie von Unterbringung in kommunalen Einrichtungen.

Beratung in der eigenen Wohnung

Die Beratungsstelle für Mieterinnen und Mieter wird in Kooperation von der Neuen Wohnraumhilfe gGmbH und dem Diakonischen Werk Groß-Gerau / Rüsselsheim geführt. Wenn Wohnungsverlust droht, können sich Mieter*innen im Kreis Groß-Gerau bei Fragen zu Mietschulden, vorliegenden Räumungsklagen oder Mietstreitigkeiten an die Mitarbeiterinnen wenden und kostenlos einen Termin vereinbaren. Die Beratung kann in der eigenen Wohnung stattfinden. Zusätzlich gibt es mit dem Büro in der Frankfurter Straße 26 in Groß-Gerau und zwei Sprechstundenangeboten in Riedstadt und Rüsselsheim weitere Beratungsmöglichkeiten.

Doreen Petri (NWH), Luzian Lazar (DW) und Oliver Hegemann, Fachbereichsleitung Soziale Sicherung, formulieren die Aufgabe der Wohnungssicherungsstelle: „Unser Ziel ist es, den Hilfesuchenden so schnell wie möglich Ressourcen aufzuzeigen und das Mietverhältnis zu sichern. Dafür arbeiten wir auch eng mit den bestehenden Hilfsangeboten im Kreis zusammen. Zeitgleich wollen wir durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit das Thema Wohnungsverlust enttabuisieren. Jeder Mieter und jede Mieterin kann z.B. durch einen Schicksalsschlag in diese Situation kommen. Wichtig ist, dass dann Hilfe gesucht und zugelassen wird. Dann stehen die Chancen gut, die Wohnung behalten zu können.“

Hilfeprozesse und Strukturen so zu entwickeln, dass Unterstützung bestmöglich erbracht wird

Damit die Zusammenarbeit zwischen allen Institutionen gefördert und die Öffentlichkeit vom Hilfeangebot der Wohnungssicherungsstelle erfährt, wurde in der Kreisverwaltung eine Koordinierungsstelle geschaffen. Die Aufgabe besteht darin, die Hilfeprozesse und Strukturen so zu entwickeln, dass die Unterstützung bestmöglich erbracht wird. Seit dem vorigen Jahr ist diese Stelle durch Melanie Matutis besetzt, die vorher in der Schuldnerberatung tätig war und daher das Klientel und die Problemlagen kennt. „Durch gute Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen im Kreis sowie den Sozialleistungsträgern können wir den Hilfesuchenden eine schnelle und zielgerichtete Unterstützung anbieten.“

Die Wohnungssicherungsstelle für Mieter*innen ist telefonisch erreichbar unter: 06152-805 86 24; E-Mail: info@wosi-gg.de oder online hier.

Sprechstunden (bitte möglichst mit Terminvereinbarung): Groß-Gerau: Montags von 14-16 Uhr & Freitags 9-11 Uhr, Frankfurter Straße 26, 64521 Groß-Gerau;
Rüsselsheim: Donnerstags von 13 – 16 Uhr , Weserstraße 34, 65428 Rüsselsheim
Riedstadt: Mittwochs von 9-11 Uhr, Rathausplatz 1, 64560 Riedstadt.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)