Positive Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Straßenbahn Griesheim – West / Riedstadt

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Symbolfoto Straßenbahn (Foto: nick_photoarchive auf Pixabay)

Der Schlussbericht der Machbarkeitsstudie für eine Straßenbahnverlängerung in Richtung Griesheim-West und Riedstadt liegt nun vor und wurde am vergangenen Freitag von Vertretern der beteiligten Kommunen und lokalen Nahverkehrsorganisationen vorgestellt.

Inhalt der Machbarkeitsstudie

Erstellt wurde das Gutachten vom Büro DB Engineering & Consulting in Karlsruhe, das in 2021 den Auftrag dazu erhielt. Das Gutachten wurde während der Erarbeitungszeit modifiziert, um aktuelle städtebauliche Entwicklungen der beteiligten Kommunen zu berücksichtigen und auf Zwangspunkte im Bereich des Artenschutzes einzugehen.
Inhalt der Machbarkeitsstudie ist eine grundsätzliche gutachterliche Abschätzung, ob eine Straßenbahn in diesem Bereich generell möglich ist, welche Herausforderungen sich bei der Trassierung stellen und ob eine vertiefende Planung empfohlen wird. Als Ergebnis liegt eine „Referenzvariante“ vor, die sich im Zuge der Erarbeitung als sinnvolle Basis für vertiefende Planungen herausgestellt hat.

Verschiedene Trassen beleuchtet

In der Machbarkeitsstudie wird ein Korridor beginnend in der Stadt Griesheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg bis zum Stadtteil Goddelau der Stadt Riedstadt im benachbarten Kreis Groß-Gerau betrachtet. Es wurden auf Teilabschnitten verschiedene Trassenvarianten geprüft.

In Griesheim wird an die bisherige Endhaltestelle „Platz Bar-le-Duc“ angeknüpft. Die „Referenzvariante“ verläuft nördlich der Bundesstraße 26, erschließt Wolfskehlen über die Straße „In der Hochstadt“ und findet ihr Ziel am Bahnhof Riedstadt-Goddelau der Riedbahn.

Zwei Planungsfälle

Bei der Untersuchung können zwei Planungsfälle unterschieden werden. Zum einen ist dies die Verlängerung der Straßenbahn bis zum westlichen Stadtrand von Griesheim mit einer Wendeschleife im nordwestlichen Bereich der Kreuzung der L 3303 mit der B 26. Zum anderen wird die Verlängerung über Wolfskehlen bis Riedstadt-Goddelau betrachtet. In einer späteren Nutzen-Kosten-Untersuchung könnten dann beide Planungsfälle geprüft werden.

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass eine Machbarkeit für das Projekt prinzipiell gegeben und ein positiver Nutzen-Kosten-Faktor zu erwarten ist. Daher wurde die Empfehlung ausgesprochen, weitere Planungsschritte einzuleiten und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung nach den aktuellen Regularien zu erstellen.
DADINA-Verbandsversammlung berät über weiteres Vorgehen

Der DADINA-Verbandsversammlung liegt der Bericht am Donnerstag, 30. März, zur Kenntnisnahme und Beschlussfassung vor. Dort ist auch zu erörtern, bei welcher Stelle die weiter gehende Federführung der Planung anzusiedeln ist.

Stimmen zur Machbarkeitsstudie

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Erster Kreisbeigeordneter Lutz Köhler (Landkreis Darmstadt-Dieburg): Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für die Verknüpfung von Stadt und Umland mit dem ÖPNV, denn der Verkehr macht nicht an den Grenzen der Gebietskörperschaften Halt. Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg ist es wichtig, hier sowohl in Richtung Darmstadt, als auch ins Ried verkehrlich gut vernetzt zu sein.

Erster Stadtrat Klaus Rineker (Stadt Griesheim): Für die Stadt Griesheim würde die Verlängerung der Straßenbahn einen großen Mehrwert bieten – ob „nur“ bis an den westlichen Stadtrand oder sogar noch weiter bis nach Wolfskehlen und Goddelau. Damit würde sich der Autoverkehr durch unsere Stadt weiter reduzieren und der Platz Bar-le-Duc als Umsteigepunkt gleichzeitig entlastet werden. Für die Bewohner*innen des Griesheimer Westens wäre dies generell eine maßgebliche Verbesserung im Hinblick auf die ÖPNV-Anbindung.

Bürgermeister Marcus Kretschmann (Stadt Riedstadt): Wenn wir die Mobilitätswende ernst nehmen wollen, müssen wir uns intensiv mit diesem Projekt beschäftigen und es vorantreiben. Die Prognose eines positiven Nutzen-Kosten-Faktors ist für mich der erste große Meilenstein. Das Verkehrsaufkommen der B26 und der anschließenden Straßen im Ried kann hier entscheidend reduziert werden. Eine zuverlässige Straßenbahnverbindung nach Riedstadt würden sicherlich viele Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV nutzen.

Daher betrachte ich die Verlängerung der Straßenbahn bis Riedstadt als wichtigen Zukunftsfaktor für eine positive Entwicklung der Mobilität in der Region Südhessen.

Geschäftsführer Christian Sommer (LNVG Kreis Groß-Gerau): Die Straßenbahn genießt als leistungsfähiges und qualitativ hochwertiges öffentliches Verkehrsmittel bei den Fahrgästen eine sehr hohe Akzeptanz. Das positive Ergebnis der Machbarkeitsstudie zu einer Verlängerung der Straßenbahn nach Riedstadt ist daher ein wichtiges Signal für die Bestrebungen im Kreis Groß-Gerau, die notwendigen verkehrlichen Rahmenbedingungen zu entwickeln, damit durch die Attraktivierung der öffentlichen Mobilität die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mobilitätswende geschaffen werden können.

(Text: PM DADINA)