Der Wolf im Hochtaunuskreis

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Symbolbild Wölfe (Foto: Christel SAGNIEZ auf Pixabay)

Seit Ende des vergangenen Jahres ist es amtlich: Ein Wolf lebt dauerhaft im Gebiet des Hochtaunuskreises. Hinzu kommen vereinzelte Wölfe, die gelegentlich den Taunus auf der Suche nach neuen Revieren durchwandern. Zu den Beutetieren eines Wolfs gehören neben Rehen und anderen Wildtieren allerdings auch Weidetiere wie Schafe, Ziegen und Rinder.
Mit jeder Meldung einer Wolfssichtung oder eines Wolfsrisses kommen mehr Fragen auf, wie mit dem Raubtier im Hochtaunuskreis umzugehen ist. Nicht nur von Seiten der Tierhalterinnen und Tierhalter, die über Jahre aufgezogene und liebgewonnene Tiere auf grausige Art verlieren oder sich um sie sorgen, sondern auch von Bürgerinnen und Bürgern, die ihr Verhalten in Feld und Flur hinterfragen.

Einerseits ist der Wolf ein immer noch seltenes Wildtier, das unter hohem und besonderem gesetzlichen Schutz steht und weder bejagt noch aktiv vertrieben werden darf. Andererseits ist unsere Gesellschaft auf diesen Jäger und seine Übergriffe nicht mehr vorbereitet, da der Wolf hierzulande seit dem 19. Jahrhundert als ausgestorben galt. Das hat zur Folge, dass weder die Menschen, die Feld, Flur und Wald für ihre Freizeit nutzen, noch Tierhalterinnen und Tierhalter sowie auch die Weidetiere selbst, wissen, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Dies führt zu einer Unsicherheit.

Mehr Unterstützung von Seiten der Landespolitik eingefordert

Der Hochtaunuskreis hat deshalb einen Brief an die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geschrieben, um mehr Unterstützung von Seiten der Landespolitik einzufordern. Denn zu viele Fragen sind offen, zum Beispiel ab wann man bei Wölfen von „auffälligem/unerwünschtem“ Verhalten spricht und wie mit als problematisch eingeordneten Wölfen umgegangen werden soll?

Wer versucht, Antworten auf Fragen zum Umgang mit Wölfen zu finden, dem fällt auf, dass mehrere Institutionen in Hessen als Ansprechpartner gelten – je nach konkreter Fragestellung beziehungsweise individuellem Fall. Das macht es nicht einfacher, die richtige Anlaufstelle zu finden. An den verschiedenen Zuständigkeiten kann der Hochtaunuskreis nichts ändern, er kann jedoch einige Hilfestellungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter geben, die richtigen Ansprechpartner für ihr Anliegen zu finden.

Der Kreis hat daher die wichtigsten Informationen und Antworten auf die drängendsten Fragen in Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfs auf seiner Homepage veröffentlicht: Wie verhalte ich mich, wenn ich auf einen Wolf treffe? Was ist zu beachten, um das Wildtier Wolf nicht an Menschen zu gewöhnen und damit Zwischenfälle herauszufordern? Was ist nach einem Riss zu tun oder welche Möglichkeiten einer Förderung des Weidetierschutzes gibt es derzeit? All diese Fragen werden auf seiner Homepage (www.hochtaunuskreis.de) unter dem Menüpunkt „Aktuelles“, Unterpunkt „Der Wolf im Taunus“ beantwortet. Dort gibt schnell und verständlich Hinweise, welche Vorkehrungen empfehlenswert sind und wer im jeweiligen Fall die richtige Ansprechpartnerin oder der richtige Ansprechpartner ist.

Infoveranstaltung für Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter

Außerdem beteiligt sich der Kreis mit dem Amt für den ländlichen Raum an einer Informationsveranstaltung für Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter. Diese wird organisiert vom Wolfszentrum Hessen in Kooperation mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis. Sie findet statt am Mittwoch, 29. März, im Bürgerhaus Wehrheim, Am Bürgerhaus. Beginn ist um 17 Uhr.

Eröffnet wird die Veranstaltung von Frank Hammen, Parlamentsvorsteher der Gemeindevertretung Wehrheim. Jos Hornung vom Wolfszentrum Hessen wird anschließend unter anderem erläutern, welche Wolfsnachweise in der Region vorliegen. Danach stellt Martin Steffens vom LLH Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor, und Dr. Klaus Erdle vom Amt für den ländlichen Raum wird darlegen, welche Fördermöglichkeiten das Land Hessen für Herdenschutzmaßnahmen bereitstellt.

Das Amt für den ländlichen Raum gibt Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern schon jetzt Hinweise zu Fördermöglichkeiten zum Schutz vor Wolfsübergriffen: Ansprechpartner ist Thomas Jäger, E-Mail: Thomas.Jaeger@Hochtaunuskreis.de, Telefonnummer: (06172) 999-6129.

(Text: PM Hochtaunuskreis)