Land lehnt Radverkehr-Modellvorhaben im Odenwaldkreis ab

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(Symbolfoto: Mabel Amber, who will one day auf Pixabay)

Landrat will Thema nicht ad acta legen

Das Hessische Verkehrsministerium lehnt ein vom Kreistag befürwortetes Modellprojekt für den Radverkehr im Odenwaldkreis ab. Das geht aus einem Antwortschreiben von Staatssekretär Jens Deutschendorf an Landrat Frank Matiaske hervor, der sich ebenfalls für das Projekt eingesetzt hatte.

Grundlage für das Vorhaben ist das Radverkehrskonzept des Odenwaldkreises. Es sieht unter anderem die „RQ9-Markierung“ vor, mit der Straßen für den Autoverkehr optisch verengt werden, so dass sich Radfahrer sicherer fortbewegen können, ohne dass ein eigener Radweg angelegt wird.

Der Kreistag hatte am 30. Januar 2023 beschlossen, in Absprache mit dem Land eine solche Markierung testweise auf einer Kreisstraße anzubringen. Das Vorhaben sollte als wissenschaftlich begleiteter Verkehrsversuch angelegt sein. Am 2. Februar 2023 hatte sich Landrat Matiaske in einem Brief an Deutschendorf gewandt und das Vorhaben unterstützt.

Ministerium: Forschungsprojekt abwarten

In seiner ablehnenden Antwort verwies der Staatssekretär auf bereits bestehende Forschungsarbeiten bei der Bundesanstalt für Straßenwesen, deren Abschluss für das Jahr 2024 geplant sei. In dem Forschungsprojekt seien bereits genügend Streckenabschnitte schmaler Landstraßen mit einer entsprechenden Randmarkierung enthalten, und eine Nachmeldung von Strecken sei nicht mehr möglich, so der Staatssekretär mit Verweis auf die Auskunft der Bundesanstalt für Straßenwesen. Ein zusätzlicher wissenschaftlicher begleiteter Verkehrsversuch, der die Markierung erprobe, erscheine „insgesamt wenig zielführend“, so Deutschendorfs Resümee.

Matiaske sagte, die Ablehnung des Modellprojekts sei „bedauerlich“. Das Thema solle aber nicht ad acta gelegt werden: „Wir werden die aktuell laufenden Feldversuche genau im Auge behalten und es nach Vorliegen der Ergebnisse neu aufgreifen.“

(Text: PM Odenwaldkreis)