Hochtaunuskreis spendet zwei Rettungswagen für Zhovti Vody in der Ukraine

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Übergabe der beiden Rettungswagen. (Foto: Hochtaunuskreis)

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Kämpfe haben zu einem schweren Schaden an der kompletten Infrastruktur geführt, die medizinische Versorgung ist dadurch erheblich erschwert, auch Krankenhäuser und Kliniken können ihre Dienste nicht mehr aufrechterhalten. Bedingt durch die Kriegshandlungen hat die Zahl der einsatzfähigen Krankenwagen vor Ort kontinuierlich abgenommen.

Durch eine Spende des Vereins, „Ukrainehilfe Taunus e.V.“, der auf Initiative von Landrat Ulrich Krebs gegründet wurde und der Taunus Sparkasse, konnte nun ein Rettungswagen (RTW) gekauft werden. Gleichzeitig wurde Dank der Spende des Deutschen Roten Kreuzes ein zweites Fahrzeug, ein sogenannter Krankentransportwagen (KTW) zur Verfügung gestellt werden. Beide Wagen werden als Spende, in die Stadt, Zhovti Vody in der Ukraine überführt.

Solidarität mit der Ukraine ausdrücken

„Die Rettungswagen mit ihren Besatzungen werden Leben retten und somit einen wichtigen Beitrag leisten, um die Situation der Menschen direkt vor Ort in Zhovti Vody etwas zu verbessern. Ich danke allen Spender*innen für die großzügige Unterstützung. Es ist wichtig, unsere Solidarität mit der Ukraine und der unverschuldet in Not geratenen Bevölkerung auszudrücken. Seit Beginn des Krieges, also seit über einem Jahr, gab es nur wenige Tage, an denen die Stadt nicht beschossen wurde“, betonte Landrat und Vereinsvorsitzender Ulrich Krebs, der eng mit lokalen Organisationen und der Stadt zusammenarbeitet, um sicherzustellen, dass die Spenden direkt ans Ziel kommen und so vielen Menschen wie möglich helfen. Gemeinsam mit Sozialdezernentin Katrin Hechler bedankte er sich bei allen ehrenamtlichen Kräften, ohne deren Einsatz eine so zügige Umsetzung des Projektes nicht möglich gewesen wäre.

„Hier haben alle viele Menschen Hand in Hand organisiert, zusammengearbeitet und für eine schnelle Umsetzung gesorgt. Wie schön, dass wir hier im Hochtaunuskreis auf ein solch tolles Netzwerk zurückgreifen können. Zu diesem besonderen Transport haben wir uns entschlossen, weil der Bürgermeister von Zhovzi Vody seine Notlage bei der Rettung von Verletzten geschildert hat“, begründet Katrin Hechler, die außergewöhnliche Aktion.
„Gerne haben wir als DRK Kreisverband Hochtaunus auf Nachfrage von Herrn Landrat Krebs unseren Fahrzeugbestand geprüft und sind froh ein geeignetes Fahrzeug zur Verfügung stellen zu können. Der Krankentransportwagen ist zwar bereits 8 Jahre alt und weist eine Fahrleistung von knapp 202.000 Kilometer auf, ist technisch aber in einem sehr guten Zustand“, sagt Heiko Selzer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Hochtaunus. „Der Wagen wurde bis Ende Januar dieses Jahres noch von uns selbst im Rettungsdienst eingesetzt und sollte eigentlich an die Kreisbereitschaftsleitung für das Ehrenamt übergeben werden. Da es aber in den Genen des DRK liegt zu helfen, tragen wir gerne unseren Teil dazu bei und wünschen allzeit gute Fahrt.“

„Die Menschen in der Ukraine benötigen dringend medizinische Versorgung. Deshalb haben wir die Initiative, einen vor Ort dringend benötigten Rettungswagen anzuschaffen, sofort und gerne unterstützt“, sagt Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse und Schatzmeister der Ukrainehilfe Taunus e.V.

Fahrzeuge sofort einsetzbar

Die beiden Fahrzeuge sind medizinisch vollständig ausgerüstet und vor Ort sofort einsetzbar. Neben der Notfallversorgung, dem Aufrechterhalten oder Wiederherstellen der Vitalfunktionen, dem Transport von intensivmedizinisch zu betreuenden Patienten, ist durch die Ausstattung des Rettungswagens und dem entsprechenden medizinischen Fachpersonal, auch die Versorgung von Schusswunden an Bord möglich. Der Krankentransportwagen dient hauptsächlich zum Transport der Patienten und der Versorgung kleinerer Behandlungen, während der Rettungswagen in der direkten Notfallrettung eingesetzt wird. Beide Wagen können mit Sondersignal gefahren werden.
Das Transportvolumen der Fahrzeuge wird ausnahmslos genutzt und mit Bedarfshilfsgütern aus dem Spendenzentrum des Hochtaunuskreises aufgefüllt. So können beispielsweise Schlafsäcke, Thermounterwäsche, Isomatten, Medizin, Verbandszeug und eigens angeschaffte Stromgeneratoren zusätzlich den Weg in die Ukraine finden.

Zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz Hochtaunus wurden einige Stunden an Arbeit investiert, um die beiden Wagen einsatzfähig zu machen, ehe sie in das Nicht-EU-Land Ukraine gebracht werden können. Unterschiedlichste Anträge waren auszufüllen, Genehmigungen einzuholen und kleinere Reparaturen durchzuführen, bis die beiden Autos ihre Reise in die Ukraine antreten konnten. Finalisiert wurde das Aussehen der Autos mit einer eigens dafür angefertigten Beklebung.

Die beiden Rettungsfahrzeuge wurden am vergangenen Donnerstag an die Besatzung der Fahrzeuge übergeben. Diese werden sich in den kommenden Tagen auf den Weg in die Ukraine machen.

Freundschaft zwischen Zhovty Vody (Ukraine) und dem Hochtaunuskreis

In einem gemeinsamen Telefonat mit dem Bürgermeister der Stadt Zhovty Vody hatten Mitte Februar 2023 Landrat Ulrich Krebs und Kreisbeigeordnete Katrin Hechler eine freundschaftliche Beziehung zwischen dem Landkreis und der Stadt in der Ukraine vereinbart. Dabei geht es um schnelle humanitäre Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau, sobald der Krieg beendet ist.

Das heutige Zhovty Vody wurde urkundlich erstmalig 1680 erwähnt. Es war eine kleine Ansiedlung flüchtiger Bauern (Kosaken).

Aktuell gehört Zhovty Vody zum Oblast Dnipropetrowsk, eine von 25 Verwaltungseinheiten der Ukraine im zentralen Osten des Landes mit ca. 3.142.000 Einwohnern und liegt damit in einer der wichtigsten Eisenerz-Regionen Osteuropas, dem Krywbass.

Der Stadtkern von Zhovty Vody gliedert sich in drei Stadtteile und gehört mit ihren rund 43.300 Einwohnern zu den ukrainischen Kommunen, die wegen des russischen Angriffskriegs vor großen Herausforderungen steht und Großes leistet. Sie trägt bei zur Versorgung mit lebenswichtigen Dingen, Nahrung, Strom und Wasser und sorgt dafür, dass zahlreiche Binnenflüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben. Hierbei gerät die Kommune häufig an die Grenzen Ihrer eigenen Leistungsfähigkeit und benötigt internationale Hilfe für Ihre Bedarfe im kommunalen und medizinischen Bereich.

Ukrainehilfe Taunus e.V.
Der Verein „Ukrainehilfe Taunus e.V. freut sich über jede Spende, um Projekte wie diese weiter verfolgen zu können:
Kontoinhaber: Ukrainehilfe -Taunus e.V.
Konto: Taunus-Sparkasse, IBAN DE59 5125 0000 0000 0033 44, BIC HELADEF1TSK
Verwendungszweck: Ukrainehilfe

Spendenquittungen werden ab einem Betrag von 200 Euro ausgestellt (Bitte die Anschrift auf dem Verwendungszweck vermerken)!

(Text: PM Hochtaunuskreis)