Kreis würdigt Arbeit von Hebammen: Ausstellung im Gesundheitszentrum Odenwaldkreis

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Interessiert: Monika Friedrich (zweite von links), Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Reichelsheim, schaut sich gemeinsam mit anderen Frauen die Ausstellung im GZO an. (Foto Jutta Reeg/Kreisverwaltung)

Die Kreisbeigeordnete Dr. Erika Ober hat die zentrale Bedeutung von Hebammen in der Versorgung von werdenden Müttern und Neugeborenen hervorgehoben. Hebammen seien „wichtige Vertrauenspersonen und Ansprechpartnerinnen“ für schwangere Frauen, sagte sie jüngst bei der Eröffnung der Ausstellung „Hebammen in Hessen – Gestern und Heute“ im Gesundheitszentrum Odenwaldkreis (GZO) in Erbach. Es müsse alles getan werden, um dem Fachkräftemangel, den es auch diesem Beruf gebe, wirksam zu begegnen, forderte Ober, die selbst Frauenärztin von Beruf ist. „Hebammen geben mit ihrem Know-how werdenden Müttern und ihren Kindern enorm viel Sicherheit und sind unverzichtbar.“
Die Ausstellung, eine Wanderausstellung der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung, informiert über Geschichte und Gegenwart des Hebammenberufs, „der so alt ist wie die Menschheit“. Die Schau wurde am Internationalen Frauentag, dem 8. März, eröffnet und ist bis zum 31. März zu sehen.

Ober nannte einige historische Wegmarken und umriss die vielfältigen Aufgaben heutiger Hebammen. „Sie begleiten nicht nur Geburten im Krankenhaus, im Geburtshaus oder auch Zuhause, sondern führen auch die Erstuntersuchung bei Neugeborenen durch. Sie suchen Mütter im Wochenbett auf, bieten Rückbildungskurse und Babymassage an, beraten bei psychischen Erkrankungen und vieles mehr.“ Sie verwies auch auf die Arbeit von Familienhebammen, die es seit 2006 gibt und Mütter mit besonderer Hilfebedürftigkeit bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes begleiten.

Ober sprach nicht nur als Kreisbeigeordnete und somit als Vertreterin von Landrat Frank Matiaske, sondern auch als Vorsitzende der Frauenkommission des Odenwaldkreises. Die Frauenkommission hat die Ausstellung zusammen mit den Bezirkslandfrauenvereinen Michelstadt und Reichelsheim, der Elternakademie am GZO und der Gleichstellungsbeauftragten des Odenwaldkreises, Petra Karg, ausgerichtet. Weil Karg erkankt war, nahm Ober auch Bezug zum Internationalen Frauentag.

Für das GZO, die einzige Geburtsklinik im Landkreis, würdigte dessen Geschäftsführer Andreas Schwab die Arbeit von Hebammen. „Die Ausstellung findet Tür an Tür zu unserer Elternakademie statt, wo wir sehr deutlich die Erweiterung des Aufgabenspektrums der Hebammen heute sehen, die sich nicht mehr nur als reine Geburtshelferinnen verstehen, sondern werdende Mütter und die Neugeborenen umfassend und ganzheitlich betreuen – und diese Betreuung auch nach der stattgefundenen Entbindung nachhaltig fortsetzen.“
Die Elternakademie im Erdgeschoss des GZO hält viele Angebote vor, zum Beispiel Info-Abende für werdende Eltern, Hebammen-Sprechstunden und Geburtsvorbereitungskurse.

Prof. Dr. Julia Mann und Britta Rüth erläuterten in der Ausstellungseröffnung die Arbeit der Elternakademie, die es seit Juni 2022 gibt. Mann ist Chefärztin der Frauenklinik im GZO, Rüth organisiert die Elternakademie und ist als Hebamme im GZO tätig. Nähere Informationen gibt es unter der Kachel „Elternakademie“ auf www.gz-odw.de.
Auf die wichtige Arbeit von Hebammen ging auch Monika Friedrich, Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Reichelsheim, ein. Sie betonte in diesem Zusammenhang die große Bedeutung von Geburtsstationen im ländlichen Raum.

Onlinevortrag „Wandel der Gebärkultur in Deutschland am Beispiel des Hebammenberufes“

Am Donnerstag, 16. März, um 19 Uhr, spricht Prof. Dr. Marita Metz-Becker in einem Online-Vortrag über den „Wandel der Gebärkultur in Deutschland am Beispiel des Hebammenberufes“. Sie lehrt am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Der Vortrag ist kostenfrei. Um Anmeldung bei Manuela Weidmann wird gebeten (unter der Telefonnummer 06164/503601 oder der Mail-Adresse m.weidmann@freenet.de).

(Text: PM Odenwaldkreis)