Darmstadt: “Tibet, wir sind bei Dir”

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Luisenplatz Darmstadt (Foto: Nikolaus Heiss / Tibet Flagge)

Am morgigen Freitag, 10. März, erinnern die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Regionalgruppe Darmstadt der Tibet-Initiative Deutschland e.V. gemeinsam an die Unterdrückung und Entrechtung der Menschen in Tibet. Zu diesem Anlass wird um 14 Uhr die tibetische Flagge auf dem Darmstädter Luisenplatz gehisst.

„Darmstadt beteiligt sich seit 1997 aus voller Überzeugung an der Flaggenkampagne, um ein Zeichen für Frieden und Menschenrechte weltweit zu setzen“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Dieses Jahr bekunden wir: ‚Tibet, wir sind bei Dir!‘. In einer Zeit des Krieges und der Repression ist es wichtig, an den tibetischen Volksaufstand von 1959 zu erinnern. Mit dem Hissen der Tibet-Flagge setzen wir uns für Frieden, Menschenrechte und Toleranz ein. Wir zeigen den Unterdrückten, dass sie in ihrem Freiheitskampf nicht alleine sind.“

Im Jahr 1951 erzwang die chinesische Regierung die Annexion Tibets an die kommunistisch regierte Volksrepublik China. Seitdem erfolgen massive Eingriffe in das Leben der Tibeterinnen und Tibeter. Im Verlauf des Volksaufstands kamen 1959 schätzungsweise 90.000 Tibeterinnen und Tibeter ums Leben.

Das religiöse und kulturelle Leben in Tibet wird seitdem streng von den chinesischen Behörden überwacht. Beispielsweise ist die Zahl der buddhistischen Klöster auf ein Minimum begrenzt und das Zeigen der tibetischen Flagge streng verboten. Jüngere UN-Veröffentlichungen berichten über die Zwangsinternierung von rund einer Million tibetischer Kinder mit dem Ziel, sie an die Mehrheitskultur zu „assimilieren“.

Oberbürgermeister Partsch zeigt sich besorgt über die Entwicklungen und lobt den unermüdlichen Einsatz der Tibet-Initiative für Freiheit und Selbstbestimmung. „Diese Aktion ist ein Zeichen, welches das autoritäre chinesische Regime nicht ignorieren könne“, so Partsch. Gleichzeitig müsse der Dialog fortgesetzt werden, denn China bleibe ein wichtiger Partner für Deutschland und Europa. Menschenrechtsverletzungen müssten aber immer offen und konsequent thematisiert werden.

Mit dem jährlichen Hissen der Tibet-Flagge beziehen über 400 deutsche Kommunen symbolisch Stellung gegen die gravierende Menschenrechtslage in Tibet. Die Kampagne in Deutschland wurde 1996 durch die Tibet-Initiative Deutschland e. V. ins Leben gerufen. Ähnliche Aktionen finden in Österreich, Frankreich und Tschechien statt. Weitere Informationen dazu und zur Initiative unter www.tibet-flagge.de.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)