Hitzeaktionsplan: Instrument zur zielgenauen Stärkung des Hitzeschutzes

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Symbolbild Hitze (Foto: geralt auf Pixabay)

Die menschgemachte Erdüberhitzung schreitet weltweit weiter voran und ist auch in Hessen bereits deutlich spürbar. Zur Stärkung des Hitzeschutzes sind Hitzeaktionspläne daher unerlässlich.

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Sozial- und Integrationsminister Kai Klose heute gemeinsam mit Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE) e.V., den in fachübergreifender Zusammenarbeit unter Koordinierung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) erstellten Hessischen Hitzeaktionsplan vorgestellt.

„Hitzeaktionspläne werden sowohl auf Ebene des Landes als auch auf kommunaler Ebene erstellt und umgesetzt. Hessen ist mit dem heutigen Tag das erste Bundesland mit einem Hitzeaktionsplan auf Landesebene. Mit diesem Plan sorgen wir dafür, dass notwendige Strukturen an die Klimaveränderungen angepasst und die hessischen Bürgerinnen und Bürger noch besser geschützt werden“, erklärt Minister Klose.

Unterstützung bei der Anpassung an Klimaveränderungen

Der Hessische Hitzeaktionsplan wurde in einer Landesarbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern des Gesundheits-, Sozial- und Umweltbereichs sowie der kommunalen Spitzenverbände erstellt. Die weiteren Ressorts wurden ebenfalls beteiligt. Er unterstützt die in Hessen lebenden Menschen bei der Anpassung an Klimaveränderungen und soll die Einschränkungen der Lebensqualität durch Hitze möglichst gering halten. Dabei orientiert er sich an den „Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit“ des Bundesumweltministeriums, die auf Empfehlungen der WHO basieren.

„Unser Landesplan ist daher auch eine hilfreiche Basis zur Implementierung kommunaler Hitzeaktionspläne. Um das zu erreichen, enthält der Plan Maßnahmen des Landes, allgemeine Informationen zu hitzeassoziierten Themen, aber auch Good Practice-Beispiele und Fördermöglichkeiten“, so Klose weiter.

Die Inhalte des Plans sind dabei unterschiedlichen Kernelementen zugeordnet. Sie sind unter anderem aufgeteilt in Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit, Nutzung eines Hitzewarnsystems, Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme sowie der Beachtung besonders gefährdeter Menschen.

Gesundheitliche Chancengleichheit

„Hitzebedingte Gesundheitsbelastungen und individuelle Ressourcen zu deren Abmilderung sind ungleich in der Bevölkerung verteilt. Der Hitzeaktionsplan zielt daher auch darauf ab, die gesundheitliche Chancengleichheit durch gezielte Maßnahmen, insbesondere für besonders gefährdete Menschen, zu verbessern. So möchten wir eine zufriedenstellende Lebensqualität in Hitzeperioden für alle Menschen erreichen und erhalten“, ergänzt HAGE-Geschäftsführerin Dr. Katharina Böhm. Die HAGE war als Mitglied der Landesarbeitsgruppe an der Erstellung des Hitzeaktionsplans beteiligt und brachte sich dabei mit Expertise in den Themenfeldern Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit ein.
„Dieser Plan ist ein ‚lebendiges Dokument‘, also kein Endergebnis, sondern eine Erstfassung, die laufend weiterentwickelt wird. Dafür wird er regelmäßig mit dem HLfGP evaluiert und – wo erforderlich – erweitert und angepasst“, so Minister Klose.

Den Hessischen Hitzeaktionsplan sowie weiterführende Informationen rund um das Thema Hitze- und UV-Schutz auf der Internetseite des HMSI (der Themenbereich wird künftig weiter ausgebaut): https://soziales.hessen.de/gesundheit/hitzeaktionsplan.

(Text: PM Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)