Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit Langen: Wo Auszubildende intensiv begleitet werden

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Claudia Besier (Mitte) und ihr Praxisanleiterteam. (Foto: Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit Langen)

Junge Leute, die sich zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ausbilden lassen wollen, haben heute meist die Qual der Wahl: Nicht nur Krankenhäuser, auch Altenpflegeheime und Pflegedienste suchen händeringend qualifiziertes Personal.

Eine Tätigkeit in der Psychiatrie haben viele Nachwuchskräfte nicht von Anfang an im Blick: Nur wenige Interessenten für einen Pflegeberuf wüssten, dass eine Ausbildung auch in einer psychiatrischen Klinik möglich sei, sagte Frank Schmitz, der Pflegedienstleiter der Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit in Langen. Dort unternimmt man besondere Anstrengungen, um Pflegepersonal zu gewinnen und, was ebenso wichtig ist, auch auf Dauer zu halten.

Fünf Pflegekräfte der Langener Psychiatrie haben in den vergangenen Monaten eine Zusatzausbildung zur Praxisanleiterin oder zum Praxisanleiter absolviert. Diese Qualifikation müssen Pflegekräfte vorweisen, wenn sie Auszubildende in der Praxis auf den Stationen begleiten wollen. Insgesamt verfügt die Klinik damit über neun entsprechend geschulte Kräfte. „Ohne Praxisanleiterinnen und -anleiter dürfen wir gar nicht ausbilden“, machte Schmitz deutlich. Claudia Besier ist seit einem Jahr als hauptamtliche Praxisanleiterin dabei: Bei ihr landen nicht nur die Bewerbungen aller Auszubildenden auf dem Schreibtisch, sondern sie koordiniert auch die für die Nachwuchskräfte maßgeblichen Praxisabläufe in der Klinik.

Verantwortung für die praktische Ausbildung nun bei Kliniken

Seit 2020 gilt das neue Pflegeberufegesetz. Es habe viele Veränderungen mit sich gebracht, hob Schmitz hervor. So löste die Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ die in der Vergangenheit üblichen Begriffe Krankenschwester/Krankenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpflegerin/-pfleger ab. Darüber hinaus sahen sich die Kliniken aber auch gefordert, „neue Strukturen aufzubauen“: Die Verantwortung für die praktische Ausbildung, die früher bei den Krankenpflegeschulen lag, ging mit dem neuen Gesetz nämlich auf die Kliniken über. Hier übernehmen die Praxisanleiterinnen/-anleiter eine wichtige Rolle.

Besier legte ihr Examen als Gesundheits- und Krankenpflegerin 2004 an einem Krankenhaus in Frankfurt ab und war anschließend sechs Jahre in einem Pflegeheim in Frankfurt tätig. Dort hatte sie viel mit dementen Menschen zu tun. Weil sie sich für Psychiatrie interessierte, wechselte sie nach Langen, wo sie von 2009 an in der Gerontopsychiatrie der Klinik für Psychische Gesundheit arbeitete. 2019 ging sie als Praxiskoordinatorin an das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe in Dreieich-Sprendlingen, kehrte vor einem Jahr aber als hauptamtliche Praxisanleiterin und Praxiskoordinatorin zur Langener Psychiatrie zurück. Ihre vorherige Tätigkeit im Asklepios Bildungszentrum sieht Schmitz als großen Vorteil an: Dort habe Besier an den Vorbereitungen für das Pflegeberufegesetz mitgewirkt und kenne sich daher mit den erforderlichen neuen Strukturen aus.

Etwa 120 Auszubildende bereiten sich derzeit im Asklepios Bildungszentrum auf ihre späteren Aufgaben in der Pflege vor. Während der meist dreijährigen Ausbildung absolviert jede und jeder verschiedene Stationen – in der Psychiatrie ebenso wie in der benachbarten somatischen Asklepios Klinik Langen oder der Asklepios Klinik Seligenstadt. Derzeit 13 Auszubildende mit dem Schwerpunkt Psychiatrie bleiben sogar fast zwei Jahre an der Klinik für Psychische Gesundheit in Langen. Das Haus verfügt über 112 Betten; zwei Tageskliniken und zwei Institutsambulanzen, jeweils in Langen und Seligenstadt, gehören dazu. In der Klinik können auch angehende Pflegekräfte von Kooperationspartnern, etwa Pflegeheimen, ihren dreiwöchigen Psychiatrie-Pflichteinsatz absolvieren. Mit Interessenten, die sich für eine Ausbildung direkt bei der Klinik für Psychische Gesundheit melden, nimmt Besier Kontakt auf und führt mit ihnen Gespräche. Nötig für eine Ausbildung ist der Realschulabschluss, bei Bewerbern mit Migrationshintergrund auch Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2. Darüber hinaus ist wichtig, dass die Bewerber als Persönlichkeit für die Psychiatrie geeignet sind.

Vielfältige Aufgaben der Praxisanleiterin

Neben dem Bewerbermanagement und der Anleitung des Pflegenachwuchses auf den Stationen hat Besier noch andere Aufgaben: Sie plant die regelmäßigen Praxisanleitertreffen; außerdem werden Schulungen für die Praxisanleiterinnen und –anleiter abgehalten, bei denen es um die neuen Strukturen der Ausbildung geht, die das Pflegeberufegesetz einfordert. Außeneinsätze der Auszubildenden etwa in Pflegeheimen und im ambulanten Pflegedienst, wo sie ambulante Pflege, Langzeitpflege und geriatrische Pflege kennenlernen, müssen geplant und mit den Kooperationspartnern abgesprochen werden. Hier ist Besier ebenso gefragt wie bei der Benotung während der Ausbildung und der Abnahme der Examensprüfungen am Ende.

Von „sehr bunten Arbeitstagen“ berichtete Besier: „Kein Tag ist wie der andere.“ Eigentlich sei sie „den ganzen Tag auf den Stationen unterwegs“. Wöchentlich kommt sie mit den anderen freigestellten Praxisanleitern der Asklepios Kliniken Langen und Seligenstadt zusammen, um gemeinsam am Ausbildungskonzept weiterzuarbeiten. Bei Bewerbertagen in der Asklepios Klinik Langen ist die 38 Jahre alte Praxisanleiterin ebenfalls dabei. Von den Auszubildenden bekomme die Klinik viele positive Rückmeldungen, sagte Schmitz. Von denen, die die Klinik für Psychische Gesundheit durch die Ausbildung begleite, „bleiben die meisten hier“.

Damit gibt Schmitz sich bei der Suche nach Nachwuchs aber nicht zufrieden: Praktikanten bekommen an der Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit ebenfalls Gelegenheit, die Arbeit einer Psychiatrie kennenzulernen: Fachoberschüler der 11. Klasse, aber auch generell Schüler höherer Klassen machen davon Gebrauch, desgleichen junge Leute, die darüber nachdenken, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Auch sie werden von den Praxisanleiterinnen und –anleitern intensiv betreut. Man hoffe, Interessenten schon „ganz früh für uns zu gewinnen, so dass sie hier die Ausbildung machen“, sagte Schmitz.

(Text: PM Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit Langen)