Staatsanwaltschaft Darmstadt: Ermittlungen gegen mehrere Polizeibeamte

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Ein beleuchtetes Schild mit dem Schriftzug "Polizei" (Foto: Jonas Augustin auf Unsplash)

Mögliches Fehlverhalten mehrerer hessischer Polizeibeamter steht im Fokus der Darmstädter Staatsanwaltschaft. Erneut ist eine Chat-Gruppe von Beamten der hessischen Polizei entdeckt worden. Es sollen rechtsextreme Inhalte austauscht worden sein, berichtete die “Frankfurter Rundschau” (“FR”). 

Das Verfahren richtet sich gegen sechs Personen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Südhessen wurden bei Hausdurchsuchungen Beweismittel gewonnen und ausgewertet. Des Weiteren geht es auch um Vorwürfe der Beleidigung und Körperverletzung sowie dem unsachgemäßen Umgang mit Waffen, ließ die Staatsanwaltschaft verlauten.

Beamter nennt eigene Wohnung “Wolfsschanze”

Anhand von Recherchen der “FR” bezeichnet einer der beschuldigten Beamten seine Wohnadresse im Chat als “Wolfsschanze”. Dieser Begriff bezieht sich auf Adolf Hitlers Hauptquartier im Zweiten Weltkrieg. Unter anderem wurden auch Fotos verbreitete, auf denen er mit angeklebtem Hitler-Bart zu sehen ist. 

Disziplinarverfahren wurden eingeleitet

Nach Angaben der Polizei wurden vier Disziplinarverfahren gegen Mitarbeiter eingeleitet. Infolgedessen wurden drei Beamte aus ihren früheren Positionen entbunden.

Von Polizeibeamten organisierte Chat-Gruppen hatten schon in der Vergangenheit für Probleme gesorgt. Es sind mehrere Fälle bekannt geworden, in denen rechte, rassistische und sexistische Inhalte ausgetauscht wurden.

Update: Das Polizeipräsidium Südhessen hat inzwischen Stellung bezogen.

(Text: BG)